Vorwärts zur neuen Haptik

Leitartikel zur „HORIZONT-Erweiterung“ von Marlene Auer, Chefredakteurin.

Wer nicht digital denkt, ist raus“, sagt Eveline Steinberger-Kern im Interview (siehe hier). Sie hat Recht. Das digitale Zeitalter zwingt zu neuem Denken, zum Erschaffen neuer Geschäftsfelder, zum Experimentieren. Neue Technologien bieten jede Menge Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für Verlage.Auch wir bauen unser Portfolio laufend aus und integrieren neue Channels und Tools. So haben wir vergangenes Jahr etwa den Früh-Newsletter „Horizont am Morgen“ gestartet und arbeiten laufend an der Weiterentwicklung unserer Homepage.

Aber wir glauben auch an Print. Österreich ist im europäischen Vergleich nach wie vor Spitzenreiter bei der Printnutzung, und so abwegig es klingt: Die Digitalisierung könnte das noch verstärken. Studien belegen die Sehnsucht nach „Off-Zeiten“, Digital Detox wird zur Mode. Nicht ohne Grund investiert Bertelsmann in den Penguin-Random-Konzern. Nicht ohne Grund kehrt Springer nach den digitalen Höhenflügen wieder zum Papier zurück und launcht etwa die dame oder Fussball Bild.Auch für die junge Zielgruppe ist Print interessant.

Laut Pew-Research-Erhebung aus den USA konsumieren 18- bis 29-Jährige Nachrichten am liebsten in Form von Lektüre (circa 42 Prozent) – noch vor Fernsehen/Video (circa 38 Prozent) und Radio (circa 19 Prozent). Die Generation 50-Plus hingegen votiert mit absoluten Mehrheiten für TV- und Videonews. Was auffällt: Jüngere verfolgen Nachrichten unregelmäßiger als Ältere. 41 Prozent meinen, Lesen sei „schneller und bequemer“ – womöglich eine Folge der Effizienzgesellschaft.

Trotzdem: Das digitale Leben ist Realität und wird uns weiter prägen. Dennoch wird die Lust zur Haptik stärker werden, jede Strömung erzeugt eine Gegenströmung.Deshalb wagen wir etwas, das überraschen mag: Vier Mal im Jahr erscheint nun unser neuestes Magazin – update. Ein Printprodukt, das Digitales zum Inhalt hat und gemeinsam mit dem ­HORIZONT vertrieben wird. Wir schreiben darin über Themen, die die Onlinebranche bewegen, analysieren Trends, betrachten Bewegungen, bieten Service.

Wir laden ein zum Reflektieren, zum Entdecken, zum bewussten Setzen von Denkpausen, zu Momenten der Verwunderung. Nächste Woche halten Sie das neue update in Händen und wir freuen uns über Ihre Eindrücke, Reaktionen, Verbesserungsideen. Seien Sie gespannt – und schreiben Sie uns!

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Kommentare

1 Postings

  • Karl Werner Schmitz
    Sie haben vollkommen Recht, die Haptik lässt sich nicht ersetzen, denn der Tastsinn ist der einzige Sinn, der lebenswichtig ist. Je mehr Digital-Druck, je mehr Haptik-Sog. Das E-book ist ein Beispiel, es sollte schon längst der Sargnagel des Print-Buches sein, ist es aber nicht und wird es auch nicht. Es werden mehr Bücher verkauft. Ich gelte als Pionier der Haptik in Marketing und Vertrieb und kann nur dazu raten die Haptik nie zu unterschätzen. mehr auf www.5-Sinne.de oder www.haptische-verkaufshilfen.de
    Mit Haptischen Grüßen
    Karl Werner Schmitz

    Autor des Buches "Die Strategie der 5 Sinne"
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