US-Ministerium stoppt Fusion zwischen AT&T und Time Warner

Das US-Justizministerium hat die Fusion zwischen AT&T und Time Warner vorerst gestoppt. Kritiker befürchten politische Gründe.

„Die geplante 108-Milliarden-Dollar Übernahme würde den Wettbewerb deutlich verkleinern und im Ergebnis zu höheren Preisen und weniger Innovation für Millionen Amerikaner führen.“ So lautet die Begründung, mit der das US-Justizministerium die Fusion des Medienunternehmens Time Warner mit dem Kommunikationsriesen AT&T vorerst verhindert hat: Die Kosten für Kabel-Abos würden für Konsumenten steigen, die Innovationskraft sinken.

AT&T will Time Warner, zu dem auch der Kabelsender HBO und die Warner Bros Filmstudios gehören, für 85,4 Milliarden Dollar kaufen und sich so unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen, wo kleinere Rivalen wie die Telekom-Tochter T-Mobile US und Sprint Druck ausüben. Im Unterhaltungssektor kommen wiederum mit Netflix und Amazon Prime neue Konkurrenten auf.

Es ist das erste Mal, dass die neue US-Regierung eine größere Übernahme stoppt. Kritiker befürchten dahinter ein Politikum: US-Präsident Donald Trump hatte die Fusion bereits während des Wahlkampfes kritisiert; zudem gilt Time Warner als Konkurrent von 21st Century Fox, welcher in der Hand des Trump-Unterstützers Rupert Murdoch ist. Außerdem heißt es, Trump wolle mit dem Eisnchreiten die Abspaltung des Senders CNN betreiben – dieser wird von Trump als „Fake News“ bezeichnet. CNN gehört zur Time-Warner-Tochter Turner. 

AT&T kündigte an, um die geplante Übernahme kämpfen zu wollen.

(red.)

Kommentare

0 Postings

Keine Kommentare gefunden!

Diskutieren Sie mit

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online