Neue Medienprojekte: Neu denken. Und Spaß daran haben

Leitartikel von Marlene Auer, Chefredakteurin.

Welche Apps haben Sie auf der ersten Displayseite Ihres Handys installiert? Vermutlich soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook, Instagram, Slack und Xing oder Tools wie Uber, Spotify und Handy Parken. Was heißt das? Wir leben in einer durchmedialisierten Welt. Alles ist Kommunikation. Medien sind Wirtschaft, Politik, Leben. Sie haben alles durchdrungen, was unsere Wirklichkeit ausmacht und sind die Welt, in der wir uns bewegen. Wir sind nicht nur mehr Konsumenten, sondern Handelnde. Zugleich sind wir Objekte, von denen Medien heute leben: von unseren Daten, Verhaltensweisen, Vorlieben. All das ist Kapital für diejenigen, die wir Medien nennen.

Es braucht Mut zum Umdenken, zum Erweitern und zum Erschließen neuer Felder. Und es braucht Freude an der neuen Medienwelt. Nur was authentisch dem Nutzergedanken entspringt, wird Erfolg haben. Alle Medien, die in den vergangenen 15 Jahren unseren Alltag erobert haben, eint das Verbindende, die Community, den Mehrwert und das Narrativ. Menschen halten sich im Web dort auf, wo sie die meisten Vorteile für sich sehen: vom virtuellen Stammtisch mit Gleichgesinnten bis hin zu Plattformen mit gezielten Information zu ihren Interessensgebieten. Wer die Bedürfnisse erkennt und befriedigt, wird Traffic erzielen – und lukrativ monetarisieren. Auch mit Paid Content kann Geld verdient werden. Es muss nicht immer Werbung sein. Die Bereitschaft für Inhalte zu bezahlen wächst. Jetzt liegt es an den Medienmachern, das zu nützen.

Seien wir ehrlich: Wir alle wissen nicht, welche Konzepte die richtigen sind. Was heute wie ein erfolgreicher Neubeginn scheint, entpuppt sich morgen als Holzweg. Aber wer nicht versucht, hat schon verloren. Wir müssen für Experimente am Mediensektor heute viele Extrameilen gehen. Nur wer mit Leidenschaft und Vision dabei ist, wird Chancen haben. Das Gute: Es kommt neue Qualität in die Branche. Die durch YouTube bekannt gewordene Poetry-Slammerin Julia Engelmann trifft die Situation wenn sie sagt: „Lass uns möglich viele Fehler machen und möglichst viel aus ihnen lernen. Lass uns jetzt schon Gutes säen damit wir später Gutes ernten.“ Das sollten wir uns zu Herzen nehmen und thematisieren. Nicht nur an den Medientagen. 

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