Mateschitz in Medien präsentester Firmenchef Österreichs

Ein Drittel der Berichte über den Red-Bull-Boss kam von Sportseiten. Mateschitz verwies im APA-DeFacto-CEO-Ranking Alexander Wrabetz auf Platz zwei.

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz war im abgelaufenen halben Jahr - von Mai bis Oktober - der in den Medien präsenteste Firmenchef Österreichs. Das ist das Ergebnis des APA-DeFacto-CEO-Rankings. Sport, Medien, Investitionen waren die Hauptthemen, die ihm Nennungen brachten. Er verwies ORF-Chef Alexander Wrabetz diesmal auf Rang zwei. Mateschitz kam abgesehen von sportlichen Fragen auch mit Investitionen in die Medien, etwa für die Bierbrauerei in Pöls, die sein Sohn führen soll, oder die Rechercheplattform Quo Vadis Veritas.

Wrabetz verbuchte mehr als die Hälfte seiner Nennungen in den Ressorts Kultur und Medien. Nur vier Prozent seiner Nennungen verweisen auf Wirtschaftsthemen. Damit bestätigt sich laut APA die Erfahrung aus dem ersten CEO-Ranking: Wirtschaftskapitäne kommen durch Sport und Politik zu hoher Medienpräsenz. Denn auch die Nummer drei in der aktuellen Liste, KTM-Chef Stefan Pierer, verdankt sein Ranking insbesondere seiner Verdoppelung der ÖVP-Kleinspenden am Anfang des Wahlkampfes. Pierer kam zwar auf deutlich weniger Nennungen als Mateschitz und Wrabetz, aber in einem Drittel der Artikel war er der Hauptakteur. „Das ist der klare Rekordwert unter den Top-3“, sagt Manuel Kerzner, Analyst von APA-DeFacto. Die Anzahl der Nennungen wird in diesem Ranking mit der „Intensität“ gewichtet, also je nachdem, ob der/die genannte Hauptakteur/in ist oder nur nebenbei vorkommt.

Mit Margarete Schramböck, die sich von A1 verabschiedete, hat es erstmals eine Frau in die Top-10 geschafft (Rang 8). Das APA-DeFacto CEO-Ranking bewertet 160 Manager aus Österreichs umsatzstärksten bzw. im ATX notierten Unternehmen. Unter den 50 präsentesten unter ihnen sind mit Schramböck, Elisabeth Stadler (VIG/Rang 19), Karin Zipperer (Asfinag/33) und Sabine Herlitschka (Infineon/36) lediglich vier Frauen. „Ein Ergebnis, das den Männerüberhang in österreichischen Vorstandsetagen klar ersichtlich macht“, so Kerzner.  

Das Ranking hat von Mai bis Oktober 642.000 Beiträge aus Tageszeitungen, Magazinen sowie Nachrichtenformaten von ORF, ATV und Puls4 ausgewertet. Aufgrund des Wahlkampfes war auch von einem Sommerloch beim Meldungsaufkommen nichts zu merken, es gab ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum vorhergehenden Halbjahr. 

Insgesamt sind aber Firmenchefs in Medien wenig präsent. Mateschitz kommt auf 555 Nennungen und einen Index-Wert von 3,20. ÖVP-Chef Sebastian Kurz schaffte - allerdings im Wahlkampf - in der gleichen Zeit 19.711 Beiträge und einen Indexwert von 148, das ist ein Rekordwert für den Index. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) kam im 12.787 Beiträgen auf 94,5 Punkte. Österreichs Skistar Marcel Hirscher kam sogar im Sommerhalbjahr auf mehr Beiträge und einen höheren Indexwert als Mateschitz: 799 Beiträge ergaben 6,7 Indexpunkte. Zwar ein „Absturz“ im Vergleich zum Winter, als Hirscher knapp 40 Punkte verbuchte, aber das in der für Hirscher stillen Jahreszeit. Der meistgenannte ausländische Firmenchef Elon Musk von Tesla schaffte 2,3 Indexpunkte und würde sich auf der österreichischen Skala zwischen Pierer und Eder auf Rang vier einreihen.

[Red.]

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