„Krone“ verletzte mit Leserbrief-Abdruck Ehrenkodex

Die „Kronen Zeitung“ hat mit dem Abdruck eines Leserbriefs den Ehrenkodex für die österreichische Presse verletzt, hat der Senat 2 des Presserats befunden. Die Verfasserin schrieb über „Migration aus Afrika“ und bezeichnete Flüchtlinge von dort unter anderem als „Invasoren“, „Eindringlinge“ und „schwarze Armada“.

Leserinnen sahen in diesem Brief „eine Art Aufruf zum Krieg gegen Flüchtlinge/Schwarze“ und wandten sich an den Presserat, schilderte dieser am Mittwoch in einer Aussendung. Der Senat 2 stellte in der Veröffentlichung des Leserbriefs eine „pauschale Verunglimpfung von Flüchtlingen und Schwarzen“ fest (Punkt 7 im Ehrenkodex).

Die „martialische Sprache“ des Leserbriefs sei „äußerst bedenklich“, befand er außerdem. „Auch wenn bei Kommentaren und Leserbriefen die Meinungsfreiheit sehr weit reicht, wurden hier die Grenzen zur Diskriminierung deutlich überschritten“, so der Senat. Die „Krone“-Redaktion hätte angesichts der „diskriminierenden Inhalte“ auf eine Veröffentlichung verzichten sollen.

Die „Kronen Zeitung“ wurde aufgefordert, diese Entscheidung freiwillig zu veröffentlichen. Bis dato hat die Zeitung aber die Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats nicht akzeptiert.

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