Kann ein Produkt für sich allein stehen?

Kommentar von Britta Breuers

Ein gutes Produkt allein reicht schon lange nicht mehr, um auf dem Markt zu überzeugen. Die Konkurrenz ist groß, der Druck, sich abzuheben wächst. So sind Zeitschriften nicht mehr einfache Hochglanzprodukte, vielmehr Teil einer Vermarktungskette. Passend zum Männermagazin „Beef!“ kann der Leser beispielsweise den passenden Luxuskühlschrank kaufen. Das Frauenmagazin „Brigitte“ lässt die Leserin wiederum ihren halbvollen Kühlschrank mit Hilfe des Diätratgebers füllen.

Nicht nur der Medienmarkt streckt die Fühler in alle Richtungen aus. Vöslauer lässt Designer gegeneinander antreten, um die ideale Tragevariante für oft unhandliche Flaschen zu finden. Ein stylisches Ergebnis soll die Wasserflasche zum hippen Lifestyleprodukt machen. Swarovski geht das Thema edler an und investiert in die Restaurierung historischer Gemälde und kann somit sein Produkt - natürlich entsprechend präsentiert durch das Designduo Fredrikson Stallard - im Oberen Belvedere nur wenige Meter von einem der bekanntesten österreichischen Gemälde, Klimts Kuss, präsentieren. Ein wahrlich prunkvoller Markenauftritt. Hier wird geschliffenes Kristallglas auf eine völlig neue Ebene gehoben. Kann ein Produkt noch für sich allein stehen? Sicherlich kann es das, nur ob der Kunde es annimmt, ist fraglich. Das Drumherum gehört mittlerweile dazu, wie der Kühlschrank zum „Beef!“.

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