Jetzt gehört gehandelt

Leitartikel zur Thematik einer neuen Presseförderung von Marlene Auer, Chefredakteurin.

Österreichs Presseförderung ist im internationalen Vergleich nicht besonders hoch, weder als direkte noch indirekte Förderung. Zudem verliert der österreichische Werbemarkt sowohl an Volumen, das für Print ausgegeben wird, als auch an Relevanz: Mega-Mediaagenturen buchen zunehmend zentral, Österreich scheint in vielen Streuplänen gar nicht mehr auf.

Hinzu kommt die zahlenmäßige Kleinheit des Marktes bei extrem schwierigen Vertriebsbedingungen. Deshalb muss die Presseförderung zügig massiv erhöht und neu gestaltet werden. Sonst droht neben dem fortwährenden Printsterben auch das Sterben der Meinungsvielfalt.

Und das Ausgeliefertsein an Messaging-Dienste oder robotik-generierte Agenturmeldungen. Die fundamentale Reform wird aufgrund der diffizilen und historisch gewachsenen Strukturen wohl noch etwas auf sich warten lassen – aber effiziente Maßnahmen könnten schon jetzt gesetzt werden. Etwa Gratisabos für ein Jahr für alle Maturanten. Oder Abos für Schulen nach Wahl. Oder Förderungen für fundierte Journalismusausbildungen – die allerdings nur fruchten, wenn der Markt noch Stellen offen hat.

Nachfrage kann aber nur dann qualitativ entstehen, wenn Medien in dieser rasant digitalisierten Welt (vorübergehend) unter die Arme gegriffen wird. Auch Sonder-Fonds für das Jahr 2017 könnten eine Überlegung sein, sie wären notwendig. Aber dann: Ein Expertenrat, der eine Presse- und Medienförderung neu erarbeitet.

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