Ist das Vertrauen in den Radiotest weg?

Kommentar von Britta Breuers

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht. Ein altes Sprichwort mit neuer medialer Brisanz, denn auch wenn sich die Radiobranche in Presseaussendungen und auf Nachfrage bemüht entspannt gibt, brodelt es hinter den Studiofassaden teils noch. Das Zahlenwirrwarr rund um den Radiotest hat seine Spuren hinterlassen. Das Vertrauen ist vielerorts weg und lässt sich nicht so schnell wieder herstellen. Nachdem im Frühjahr bekannt wurde, dass die Zahlen manipuliert wurden, ließen die korrigierten und neuen Daten lange auf sich warten. Zeit, um das Thema sacken zu lassen und darüber nachzudenken, wie sehr man der eigenen Währung vertraut. Dass dies Ö3 als Marktführer weniger tangiert, ist nicht verwunderlich, aber selbst hier sieht man es als großes Ziel für die Zukunft, das Vertrauen in das Medium wieder aufzubauen. Die Mehrheit der Privaten freut sich über die neuen, zumeist besseren Werte und hält dies auch nicht zurück. Man habe ja schon lange gewusst, dass man besser sei als verkündet. Jetzt sei alles endlich wie es sein soll. superfly.fm gibt sich nicht ganz so diplomatisch und sagt deutlich, dass man auch den neuen Zahlen kein Vertrauen schenke. Diese Entwicklung ist bedauerlich. Der Radiotest ist die Eigenwährung, in die man Vertrauen zeigen muss, damit sowohl Werbekunden als auch Radiohörer diesem Vertrauen folgen. 

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