Fußball dynamisiert die Branche

Leitartikel von Marlene Auer, Chefredakteurin.

Wir haben Ausgabe Nr. 23 des HORIZONT zu einem großen Teil dem Thema Fußball gewidmet. Weil viele unserer Leser Fußballfans sind, und weil man sich dem Thema ohnehin nicht entziehen kann. Auch ich nicht. Schließlich ist Fußball in all seinen Facetten ein Kommunikationsphänomen und ein Treiber der Werbewirtschaft.

Fußball ist ein Riesengeschäft, mit Zuwachsraten, von denen die Produktionswirtschaft nur träumen kann. Es ist auch ein Bekenntnis zu Freiheit, gelebter Toleranz und klaren Regeln. Ein Teamsport, so komplex, dass sich Physiker, Mathematiker und andere Intellektuelle in ihn verliebt haben. Die fanatischen Doktoren, Professoren und Dichter sind Legion: Von Torberg bis Franzobel, der sich sogar nach einem Fußballspiel benennt: FRAN-ZO-BEL. Übersetzt: Frankreich 2:0 Belgien. Fußball ist eine Metapher für die Dynamisierung der Medien-, Unterhaltungs- und Marketingindustrie. Die Marketingschlachten, die adidas und Nike inszenieren, spiegeln den Innovationszwang wider, unter dem die beiden Weltmarken stehen. Sie sind zur permanenten Disruption gezwungen, durch die Kraft des Fußballs. Sie sind die ersten Adepten der Industrie 4.0 und waren die Ersten, die sich ernsthaft um ethische Codes bemüht haben. Sie wussten zuerst, wie man virale, digitale Welten und Narrationen aufbaut. Sie waren Vorreiter des Marketings zu Zeiten, zu denen andere noch der Reklame und simplem Produkt-Advertising verhaftet waren.

Fußball ist eben die ideale Kombination aus Lust, Leistung und Getriebensein. Doch es gibt auch Schattenseiten: Gewalt, Wett- und Spielbetrug. In Frankreich rumort es – Streiks, Angst vor Terror und Anschlägen. Wenden wir uns also lieber den schönen Aspekten zu: Wir werden Weltmeister bei dieser Europameisterschaft. Nicht wahr?

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