Drei: Übernahme von Tele2 abgeschlossen

„Wie Melange zur Sachertorte“ freut sich der Mobilfunker. Drei baut damit vor allem seinen Marktanteil an Unternehmenskunden aus.

Hutchison Drei Austria hat die 100-prozentige Übernahme der Tele2 Telecommunication GmbH endgültig abgeschlossen. Drei ist mit Tele2 der nunmehr größte alternative Telekomanbieter Österreichs. Mit Tele2 bietet Drei künftig neben Mobilfunk, Internet und TV auch Festnetz und IT-Lösungen an und baut vor allem seinen Marktanteil bei Unternehmenskunden sprunghaft aus. Jedes vierte heimische Unternehmen und jeder dritte Großbetrieb ist künftig Kunde von Drei. 

Für die bisherigen Tele2-Kunden bleibt alles beim Alten. Drei wird das erfolgreiche Geschäftsmodell von Tele2 fortführen und auch den Service-Kurs mit den bestehenden Regionalbüros von Tele2 fortsetzen. Jan Trionow, CEO von Drei: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tele2 sind einer der wichtigsten Faktoren für die erfolgreiche Übernahme. Wir freuen uns sehr, das Spitzenteam von Tele2 und seine Kunden endgültig bei Drei willkommen zu heißen. Der Abschluss unserer Transaktion ist eine gute Nachricht für die Kunden beider Unternehmen, für alle Mitarbeiter und für den Infrastruktur-Standort Österreich. Durch die Übernahme bündeln zwei Pioniere aus Mobilfunk und Festnetz ihre Kräfte und schaffen künftig Österreichs erstes alternatives Telekom-Komplettangebot. Mit der erfolgreichen Integration von Tele2 werden wir erneut beweisen, dass aus eins und eins Drei werden kann.“

„Mit der Übernahme von Tele2 wollen wir nun auch den heimischen Preis- und Angebotswettbewerb im Festnetz beleben“, betonte Trionow. Auch die Bundeswettbewerbsbehörde, die die Übernahme Mitte Oktober freigegeben hat (HORIZONT berichtete), geht davon aus, dass sie sich „positiv auf den Wettbewerb auswirken kann, da mehr Konkurrenz im Hinblick auf Bündelprodukte (Mobilfunk-/Festnetztelefonie und Breitband) auf dem Markt entsteht“. Trionow: „Das Hauptziel unserer Übernahme ist Umsatzwachstum. Mit Tele2 werden wir unseren Umsatz in Zukunft auf über eine Mrd. Euro steigern und wollen Marktführer bei neuen Business-Kunden werden. Was Drei und Tele2 verbindet sind Flexibilität, das Preis/Leistungsverhältnis und die Nähe zum Kunden. Das macht uns gegenüber dem ehemaligen Monopolisten zu einer attraktiven Alternative.“

Nahezu Kopf an Kopf bei Mobilfunk-Privatkunden
Wie eine aktuelle Marktforschung zeigt, setzt Drei den Marktführer A1 in den Schlüsselbereichen „Mobilfunk-Privatkunden“ und „Festnetz-Großkunden“ bereits signifikant unter Druck und dominiert mit Tele2 nun jeweils rund ein Drittel des Marktes. Bei Privatkunden im Mobilfunk liegt Drei demgemäß mit einem Marktanteil von 32,3 Prozent aller aktiver SIM-Karten schon bisher nahezu „Kopf an Kopf“ mit dem Marktführer mit 35,7 Prozent. Am Mobilfunk-Gesamtmarkt hält Drei aktuell einen Marktanteil von rund 28 Prozent. Mit Tele2 rückt Drei nun auch im Festnetz sowie bei Geschäftskunden deutlich näher an die Nummer Eins heran. Während Drei bisher mit seinem breiten Portfolio vor allem im KMU-Sektor große Erfolge feierte, hat sich Tele2 mit Individual-Kommunikationslösungen auf Großunternehmen spezialisiert. Zu den aktuellen Tele2-Kunden zählen führende heimische Unternehmen genauso wie Behörden und öffentliche Versorgungseinrichtungen. Insgesamt erreicht Drei mit Tele2 bei der Festnetz-Telefonie einen Marktanteil von rund 24 Prozent.

Rebranding und erste gemeinsame Produkte im zweiten Quartal 2018
Die nächsten Monate wird Tele2 als Tochtergesellschaft von Drei weitergeführt werden. Die gesellschaftsrechtliche Verschmelzung mit der operativen Hutchison Drei Austria GmbH und das Rebranding werden im zweiten Quartal 2018 erfolgen. Nach der Zusammenlegung plant Drei neue Telekom- und IT-Komplettlösungen für seine Businesskunden sowie innovative kombinierte Angebote für seine Privatkunden. Außerdem soll die Kombination von Festnetz und Mobilfunk für Kunden ein noch schnelleres und stabileres Internet ermöglichen. Erste gemeinsame Produkte sollen ebenfalls im zweiten Quartal 2018 auf den Markt kommen.

„Tele2 ist für Drei die perfekte Ergänzung - so perfekt wie die Melange zur Sachertorte. Was wir bisher nur mit Partnern anbieten konnten, bieten wir künftig komplett aus eigener Hand. Speziell in Wachstumsbereichen wie Smart Home-Anwendungen, IoT und M2M-Lösungen ergeben sich für uns dadurch völlig neue Möglichkeiten“, so Trionow.

Bei der detaillierten Zusammenführung will Drei behutsam vorgehen und hat sich dafür einen längerfristigen Zeitraum vorgenommen. Mit Tele2 hält Drei nun bei gut 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie rund 4 Millionen Mobilfunk-, Festnetz- und Internet-Anschlüssen (revenue generating units). Im ersten Halbjahr 2017 hatte Tele2 den Umsatz erfolgreich um 1 Prozent auf umgerechnet 59 Mio. Euro und den operativen Gewinn (EBITDA) um 18 Prozent auf rund 11 Mio. Euro gesteigert sowie den Betriebsgewinn (EBIT) auf 6 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Tele2 soll deshalb einen unmittelbar positiven EBITDA-Beitrag zum Ertrag von Drei leisten.

[Red.]

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