Das Smartphone als regionaler Verkaufskanal

Über digitale Tools können Kunden unterwegs auf ihrem Smartphone erreicht werden. US-Konzerne und österreichische Anbieter rittern hier um die Gunst der kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr . 46 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Das Einkaufen bei E-Commerce-Riesen wie Amazon mag eine größere Auswahl mit sich bringen – es gibt aber auch Situationen, in denen die Regionalität im Vordergrund steht; sei es aus idealistischen Gründen oder weil der Kunde nicht lange auf die Lieferung warten möchte. Um diesen Markt rittern globale IT-Konzerne ebenso wie österreichische Unternehmen. So verkündete das Social Network Facebook diese Woche den Start seiner App „Local“, mit der Eventveranstalter und andere KMU auf ihr Angebot im lokalen Umfeld aufmerksam machen – integriert ist eine Landkarte mit den lokalen Points of Sale ebenso wie ein Kalender mit Events. Die Daten und auch die entsprechenden Funktionen für Werbetreibende sind zwar schon auf dem herkömmlichen Facebook-Portal enthalten, werden hier aber übersichtlicher dargestellt – wie etwa bei Yelp oder Tripadvisor.

Facebooks größer Konkurrent in der Onlinewerbung, Google, bietet ebenfalls Möglichkeiten zur lokalen Adressierung. So können Betriebe mit Google AdWords Anzeigen schalten, die ausgespielt werden, wenn sich der Kunde zum Beispiel in der Nähe einer Eisdiele befindet und auf seinem Smartphone nach „Eiscreme“ sucht. Mit Analysetools zeigt Google, welche Kampagnen in welcher Filiale funktioniert haben – so dass diese optimiert und an gewissen Standorten nicht mehr ausgespielt werden. Mit dem Tool „Google My Business“ können sich Unternehmen zudem gratis bei Google registrieren, wodurch ihr Standort unter anderem bei Google Maps aufscheint – praktisch bei Laufkundschaft, die auf dem Kartendienst unterwegs zum Beispiel nach einem Schuhgeschäft sucht. Hier lassen sich auch ergänzende Infos anfügen, Kunden können Bewertungen abgeben. Mit Kampagnen auf dem Dienst „Google Shopping“ können Anbieter den Kunden schließlich signalisieren, dass sie gewisse Produkte lokal lagernd haben.

Österreichs Platzhirsch im lokalen Handeln ist willhaben.at – laut aktueller ÖWA mit über 43 Millionen Visits im Oktober. „Der digitale Marktplatz willhaben ist ein Paradebeispiel für lokalen und regionalen Commerce,„ sagt Jochen Schneeberger, Leiter der Digital Advertising Abteilung von willhaben. Nutzer, die Waren vor dem Kauf persönlich inspizieren wollen, suchen vor allem nach Angeboten in der eigenen Umgebung. Schneeberger: „Hierfür haben wir sogar eine eigene Suchfunktion eingerichtet, die den Handel zwischen Personen in der Nähe fördert.“ 

Dem gegenüber steht das Aktionsportal wogibtswas.at, auf dem neben großen Supermarktketten auch KMU ihre Schnäppchen feilbieten: Rund 150 lokale Anbieter sind hier mit über 3.000 Angeboten gelistet. Darunter sind auch alteingesessene Unternehmen und Nischenanbieter, die betonen, mit wogibtswas ihre Sichtbarkeit und somit ihren Umsatz zu erhöhen. „wogibtwas.at gibt uns zusätzliche Sichtbarkeit im Internet. Seit wir dort präsent sind, entwickelt sich unser Umsatz spürbar,“ sagt etwa Christian Pirker, Inhaber des Matratzen-Fachgeschäfts Flexima – und betont zugleich die hohe Bedeutung von persönlicher Beratung vor Ort.

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