Zahlungsmoral 2017: Der Aufschwung ist da

Aktuelle Umfrageergebnisse des KSV1870 bestätigen die günstige Prognose der Wirtschaftsforscher.

Die neue Trendstudie des KSV1870 bildet die gute Konjunkturlage ab: 48% verzeichnen steigende Umsätze (+ 8%), 63% der Befragten schätzen ihre derzeitige Geschäftslage positiv ein (+ 10%) und Österreichs Gemeinden zahlen schneller als im Vorjahr.

Sehr erfreulich ist, dass dieser Optimismus allgemein und quer durch alle Unternehmensgrößen spürbar ist. Ganz besonders scheinen Unternehmen mit Mitarbeitern von 301 bis 500 Mitarbeitern von dem Positivtrend zu profitieren: 67% von ihnen berichten von steigender Umsatzentwicklung, das sind 35% mehr als im Vorjahr. Hatten im Vorjahr noch 13% aus dieser Gruppe sogar rückläufige Umsätze angegeben, so ist dieser Prozentsatz aktuell auf null gesunken. Bei jeder Unternehmensgröße steigt mit dem Umsatz auch die Zufriedenheit.

KSV1870 Vorstand Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA: „Es zeigt sich, dass auch 79 % der Großunternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sogar sehr gut einstufen. Besonders erfreulich an diesem Ergebnis ist für ein klassisches KMU-Land wie Österreich, dass der Mittelstand den Aufschwung bestätigt. Dieser Umstand trägt zu einem großen Teil zum positiven Klima bei.“

Auch die allgemeine Zahlungsmoral rundet das positive Bild ab: 65% der Umfrageteilnehmer stellen eine unverändert gute Disziplin im Zahlungsverhalten ihrer Firmenkunden fest. 14% sprechen von einer Verbesserung (+ 3%). Besonders die Gemeinden untermauern ihren Status als Musterschüler einmal mehr, indem sie ihre Verbindlichkeiten in manchen Bundesländern bis zu sieben Tage schneller als im Jahr davor bezahlen.

„Die österreichische Zahlungsmoral ist vorbildlich, als Resümee der Umfrage kann man sagen, dass aktuell 78 % der Firmenkunden ihre Verbindlichkeiten innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels begleichen. Diese Fairness im Umgang untereinander ist ein fixer Bestandteil funktionierender Geschäftsbeziehungen und eine Grundbedingung für den deutlich zu ortenden Aufschwung der Wirtschaft“, fasst Vybiral zusammen.

Gründe für den Zahlungsverzug
Signifikante Änderungen zeigt die aktuelle Studie bei der Einschätzung der Gründe für den Zahlungsverzug von Kunden. Nur mehr ein knappes Drittel tippt darauf, dass Rechnungen vorsätzlich nicht bezahlt werden. Ein Liquiditätsengpass wird in diesem Jahr von 48% Befragten, und damit viel seltener als im Vorjahr vermutet. Allerdings zeigt sich in diesem Zusammenhang, dass Größe offensichtlich Macht verleiht: 39% der Gläubiger stellen fest, dass ihre großen Kunden tendenziell länger für die Bezahlung brauchen als ihre kleinen – und damit ihre Position als großer Player ausnützen.

Mahnspesen und Verzugszinsen kommen in Mode
Immer mehr Gläubiger scheinen Zahlungsverzögerungen nicht mehr als Kavaliersdelikt zu betrachten, das zeigt ein weiterer Aspekt der Umfrageergebnisse. Obwohl immer noch ein Drittel der Befragten mit seinen Kunden weder Mahnspesen noch Verzugszinsen vereinbart hat, dürfte es in diesem Bereich ein Umdenken geben: 44 % und damit um 5 % mehr als im Vorjahr, geben an, diese nun in ihre Geschäftsbedingungen aufgenommen zu haben.

[Red.]

Kommentare

0 Postings

Keine Kommentare gefunden!

Diskutieren Sie mit

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online