XXXLutz und D,M&B adaptieren Werbespot

Die '10 Angebote'-Kampagne von XXXLutz und D,M&B führte zu zahlreichen Beschwerden. Unternehmen und Agentur reagieren nun.

Rund 50 Beschwerden sind über die „10 Angebote“-Kampagne von XXXLutz (von D,M&B) beim Werberat bereits eingelangt: In den Spots verkörpert der Vater der Familie Putz Moses, der die „10 XXXLutz“-(An-)Gebote unter das Volk bringen soll: „Du sollst viel mehr sparen.“ „Du sollst eine Markenküche kaufen.“ Neben dem religiösen Aspekt wird auch der Drehbuchsatz „Spar dir den Kommentar, sonst kommst du ins Heim“ gegenüber der Großmutterfigur als Altersdiskriminierung kritisiert.

XXXLutz-Marketingleiter Thomas Saliger bestätigte HORIZONT nun eine Anpassung der Spots: Der „Heim“-Satz wurde gestrichen, ab dem 9. November sollen die überarbeiteten Spots ausgestrahlt werden. Gemeint war die Szene als Anspielung auf den Film „Das Leben des Brian“ von Monty Python, „das wurde leider von vielen nicht verstanden“, so Saliger: „Wir hätten uns nie gedacht, dass die Werbung solche Wellen schlagen wird. Man kann leider nicht alles voraussehen, aber provozieren oder verletzen wollten wir bestimmt nicht. Wer uns kennt, weiß, dass wir alles humoristisch meinen.“ Auf die Frage, ob das Unternehmen dadurch künftig auf religiöse Anspielungen verzichten werde, meint Saliger: „Wer uns kennt, weiß außerdem, dass wir uns nicht wiederholen.“ Nun werde man erst einmal abwarten, was der Werberat dazu sage. 

,Das ist schon oberflächlich, wie hier teilweise auf mediale Impulse reagiert wird'

Hervorzuheben seien laut Saliger aber auch „die vielen positiven Reaktionen und Postings“, auf die auch Mariusz Jan Demner, Geschäftsführer von Demner, Merlicek & Bergmann, verweist. Auch laut Demner sei der Tenor positiv: „Hunderte Postings, sogar von Leuten, die sagen, dass ihnen die XXXLutz-Werbung sonst auf den Keks geht, finden die 10-Angebote-Werbung gut.“ Die Monty-Python-Idee diene seit Jahrzehnten immer wieder als Vorbild für andere Filme. „Wenn man auf alles aufpasst, braucht man überhaupt keine Werbung mehr zu machen. Nur Werbung, die nicht auffällt, regt nicht auf. Aber das ist nicht unser Metier.“ 

Auch für Demner sei es nicht Absicht gewesen, zu verletzten. „Aber wenn man mit Humor arbeitet, ist es nicht zu vermeiden, dass sich manche stören. Es gibt Leute mit Humor, es gibt Leute, die haben einen anderen Humor und es gibt Leute, die haben gar keinen Humor. Das ist das Problem.“ Interessant fände er, dass viele negative Kommentare einen vermeintlichen Jesus zu erkennen glauben: „Religiöse Proteste, die Moses mit Jesus verwechseln; das ist schon oberflächlich, wie hier teilweise auf mediale Impulse reagiert wird.“ 

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