Warum nutzen Menschen Adblocker?

Eine neue Studie geht den unterschiedlichen Motiven, warum User Adblocker nutzen, auf den Grund und erörtert, was nervt und was akzeptiert wird

„Why People Block Ads“ – so lautet der Titel der Studie, die HubSpot und Adblock Plus kürzlich durchgeführt haben. 1.055 Personen aus Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA haben an der Umfrage zur Nutzung von Adblockern an Computern und auf Smartphones sowie zur Wahrnehmung von Online-Werbung teilgenommen, die Ergebnisse sind zum großen Teil ernüchternd.

Aus der Sicht der Probanden sind Online-Anzeigen in den vergangenen Jahren immer aufdringlicher geworden, manche User fühlen sich von ihnen regelrecht verfolgt. Besonders genervt sind sie von Pop-Ups, Anzeigen auf mobilen Geräten und Videowerbung. Unternehmen, die auf diese Werbeformen setzen, riskieren es, das Image ihrer Marke zu beschädigen. Im Detail heißt das: Bei 84 Prozent der Befragten leidet die Meinung vom werbenden Unternehmen, bei 85 Prozent die Wahrnehmung der Website, auf der die Werbeanzeigen platziert werden.

Pay-per-Click: Budget verpufft

Nun werden Werbetreibende sagen: „Aber die User klicken doch auf unsere Anzeigen!“ Was die Studie allerdings auch belegt: Ein Drittel der Nutzer tut dies unabsichtlich, am Smartphone „verklicken“ sich gar 44 Prozent immer wieder. 15 Prozent geben außerdem an, von Anzeigen durch einen Trick dazu gebracht worden zu sein. Für Pay-per-Click-Anzeigen ist das besonders bitter, denn mehr als ein Drittel des Budgets verpufft. Bei nur 40 Prozent der Umfrageteilnehmer hat die Anzeige das Interesse geweckt, lediglich 13 Prozent fand sie ansprechend oder kreativ.

Wieso Adblocker?

Nach den Gründen für die Adblocker-Nutzung gefragt, gibt die Mehrzahl der Teilnehmer an, dass sie Werbeanzeigen als störend (64 Prozent) und unterbrechend (54 Prozent) empfinden. Aber auch Sicherheitsbedenken (39 Prozent) und längere Ladezeiten (36 Prozent) spielen eine wesentliche Rolle. Am mobilen Endgerät wünschen sich gar 83 Prozent die Möglichkeit, sämtliche Werbung zu verbannen, sie ärgern sich dabei vor allem über Full-Screen-Ads und Auto-Play-Videos.

Eine Websitenbetreiber haben zwar bereits auf den Einsatz von Adblockern reagiert und verweigern den Zugriff, bevor der Blocker deaktiviert wurde. Aber: ein Drittel der Befragten ist selbst dann nicht dazu bereit, den Adblocker zu deaktivieren und verzichtet lieber auf die Inhalte. 28 Prozent würden in diesem Fall sogar dauerhaft den Besuch einer Website einstellen.

Inken Kuhlmann, Team Manager Growing Markets – HubSpot, stellt klar, dass Marketer nachbessern müssen und sagt: „Statt viel Geld in nervige Anzeigen zu investieren und damit auch noch potenzielle Kunden zu verprellen, sollten Unternehmen stärker darauf setzen, mit der Inbound-Methode auf Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen.“ Dazu ergänzt sie abschließend: „Unternehmen sollten das Image ihrer Marke nicht unnötiger Gefahr aussetzen und rechtzeitig ergründen, welche Formate ihren Kunden einen Mehrwert bieten.“

Die komplette Studie mit weiteren Statistiken steht hier in englischer Sprache zum Download bereit.

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