Virtual Reality: Reif für den Massenmarkt?

Virtual Reality wird weltweit ein Milliarden-Markt attestiert. Auch in Österreich soll die Technologie nun breite Massen erreichen. Welche Branchen darauf setzen.

Dieser Artikel ist zuerst in der Print-Ausgabe des HORIZONT, Nr. 41, erschienen. Abo-Leser sind früher informiert - noch kein Abo? Hier klicken!

Virtual Reality hat in zahlreichen Branchen Einzug gehalten und bietet neue Möglichkeiten, Zielgruppen zu erreichen und emotional zu bewegen. Doch ist das Eintauchen in virtuelle Welten ein Hype oder künftiger Fixbestandteil? Nach Einschätzung von Goldman Sachs wird der Gesamtumsatz mit spezialisierter Hard- und Software rund um Virtual Reality 9,3 Milliarden US-Dollar im kommenden Jahr betragen, und bis 2025 ganze 80 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. Der Markt selbst, so eine Einschätzung des kalifornischen Beratungsunternehmens Digital Capital, wird bis 2020 auf bis dahin jährlich 120 Milliarden US-Dollar anwachsen.

„Damit wäre der AR-/VR-Markt in vier Jahren mehr als dreimal so groß wie aktuell der weltweite Kinomarkt, der 2015 rund 38,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt hat“, sagt Jan Trionow, CEO bei Drei. Beim Telekommunikationsanbieter setzt man seit dem Frühjahr 2016 auf VR, „weil wir das Thema einer breiten Masse zugänglich machen wollen“, so Trionow. Deshalb habe Drei VR-Brillen in sein Portfolio aufgenommen, „aber auch einen VR-Hackathon im 3Headquarter unterstützt und bis Jahresende 2016 einen eigenen VR-Point im Drei-Shop Donauzentrum eingerichtet“. So hatten Besucher die Möglichkeit, die neue Technologie vor Ort zu testen – „das Interesse der Besucher war enorm“. Derzeit hat Drei auch das Samsung Gear VR R324 und die Drei-VR-Brille (Cardboard) im Portfolio.

Dabei sieht Trionow durchaus Parallelen von Virtual Reality und hochmodernen Smartphones. „Sie haben hochauflösende Displays, gute Lage-Sensoren und kleine, hitzeresistente CPUs gemeinsam. Und: Mit unserem landesweiten mobilen Breitbandnetz und der nächsten Smartphone-Generation ist Virtual Reality jetzt reif für den Massenmarkt“, ist der CEO überzeugt.

Von Tourismus bis Immobilien

Für Axel Dietrich, CEO von vrisch, eines der ersten Unternehmen, die sich auf VR-Content spezialisiert haben, steht die Technologie allerdings erst „am Anfang der Entwicklung einer neuen Mediengattung, die Elemente aus Film, Gaming und Multimedia verknüpft“. Dennoch sieht er, dass die Technologie vor allem als Werkzeug in Industrie, Training, Medizin auch das Marketing rund um diese Technologien verändern wird. Im Speziellen wird Virtual Reality im Bereich Content Marketing oder auch Product Placement eine wichtige Rolle spielen. Wie genau, werde sich zeigen. Derzeit sei man aber dabei, „die Regeln für die Anwendung dieser Technologie von Grund auf zu schreiben“, sagt Dietrich. Eines stehe jetzt schon fest: Für Early Adopters ist „dies ein sehr anstrengender und kostspieliger Prozess, der ihnen auch einen Fortschritt gegenüber der Konkurrenz in diesem neuen Markt gibt“.

In Österreich sieht er die Nutzung von VR „im Tourismus und für die Vermarktung von Immobilien“. International sei die Gaming- und Unterhaltungsbranche stark in VR involviert. Aber auch zur Übertragung von Sport- und Kulturveranstaltungen werde die Technologie bereits genutzt. Neue Felder sind E-Commerce und Trainings in VR. Aktuell arbeitet vrisch an der Fertigstellung einer Reihe von 360-Grad-Imagefilmen für das österreichische Bundesheer.

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