Umfrage: Lineares TV ist gefragt - aber es hapert an der Qualität

Laut einer aktuellen Umfrage schauen Österreicher zwar noch viel fern, sind aber mit der Qualität unzufrieden. Besonders kritisch äußern sich die Befragten zum ORF.

Das klassische lineare Fernsehen prägt mit rund 270 Minuten oder 4,5 Stunden Nutzung pro Tag (Schnitt in der „TV-aktiven“ Bevölkerung) unseren Alltag weiterhin. Das zeigt eine Umfrage (Sample: 500), die TV-Media gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut MindTake Research durchgeführt hat. Die Studie „Was die Österreicher übers Fernsehen denken“ wird jährlich im Jänner von Österreichs größtem TV-Magazin erhoben.

In der Umfrage sagen 71 Prozent, dass ihnen Fernsehen heuer so wichtig sein wird wie im Jahr davor. Für 4 Prozent wird es sogar noch wichtiger. Umgekehrt sehen 18 Prozent das Medium künftig als nicht mehr so wichtig an. Ein Umstand, der wohl auch der steigenden Nutzung von Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon Prime geschuldet ist: Hier geben 47 Prozent der Befragten an, einen solchen Streaming-Dienst bereits zu nutzen oder ihn künftig nutzen zu wollen. Das sind immerhin 6 Prozent mehr als noch Anfang 2016. Insgesamt dürfte sich der TV-Markt hier ausdifferenzieren. Die Anzahl derer, die zum Thema Streaming keine konkrete Meinung haben, ist im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte gesunken.

Uninteressant ist für die Österreicher aber offensichtlich das einstige „Zukunftsthema“ Mobile TV:  53 Prozent geben an, sicher nicht mobil fernsehen zu wollen. Auch die Bereitschaft, ins TV-Equipment zu investieren, geht zurück (24 % wollen das 2017 tun).

Eine Frage der Qualität

Wichtig ist für die Österreicher die Qualität der Inhalte - und hier fällt das Zeugnis eher schlecht aus: Nur 11 Prozent vergeben hier die Top-Note „Sehr gut“, 32 Prozent die Note „Gut“. Für ein Drittel der Befragten ist die Qualität gerade mal „befriedigend“ (34 Prozent). Korrespondierend dazu die Frage, inwieweit sich das Fernsehen im vergangenen Jahr verbessert oder verschlechtert habe: 51 Prozent sehen die Qualität als gleichbleibend an, wieder ein Drittel (31 Prozent) klagt über „schlechteres“ Fernsehen im Vergleich zum Jahr davor.

In Bezug auf die Frage, wer das beste Programm liefert, geben 24 Prozent Servus TV die Note „Sehr gut“, 15 Prozent tun dies bei ORF eins, immerhin 14 Prozent bei ORF III. Im internen ORF-Ranking hat der Info- und Kulturkanal damit seinen „Schwestersender“ ORF 2 überrundet: Dieser kommt auf 11 Prozent Top-Bewertungen. Mit den Privaten ATV und PULS 4 sind dagegen nur ein Zehntel der Seher rundum zufrieden.

Unzufrieden mit dem ORF

Mit der geplanten Gebührenerhöhung des ORF sind 92 Prozent der Befragten unzufrieden; mit der Wiederwahl von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sind nur zehn Prozent der Befragten zufrieden. Nur vier Prozent glauben, dass der ORF unabhängig von Politik und Interessensgruppen agiert - von Servus TV glauben dies 19 Prozent der Befragten. Die Befragten glauben mehrheitlich, dass vor allem SPÖ, ÖVP und Grüne in der Berichterstattung des ORF bevorzugt behandelt würden, FPÖ und NEOS dagegen schlechter.

Weiters wünschen sich 74 Prozent der Befragten ein besseres Hauptabendprogramm vom ORF, 75 Prozent würden ein TV-Werbeverbot im ORF nach 20 Uhr begrüßen.

Alle Ergebnisse inklusive Grafiken können unter diesem Link abgerufen werden.

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