Studie: Schlechtes Abschneiden digitaler Kompetenz bei Unternehmen

Laut der Brainloop-Erhebung „IT-Security und digitale Kompetenz an der Unternehmensspitze“ würde nur ein Prozent der Befragten die digitale Kompetenz heimischer Unternehmen gut bewerten.

Wäre digitale Kompetenz ein Schulfach, die österreichischen Unternehmen müssten sich um Nachhilfe bemühen. So das heruntergebrochene Resümee der Studie „IT-Security und digitale Kompetenz an der Unternehmensspitze“, die von Brainloop zusammen mit Board Search und TQS erstellt wurde. Derzufolge würde nur ein Prozent der rund 200 Befragten den österreichischen Unternehmen eine gute Note geben. Gleichzeitig halten 98 Prozent digitale Kompetenz für unerlässlich für den Unternehmenserfolg.

Besonders das Thema Cyber-Sicherheit scheidet eher schlecht ab. 56 Prozent der Befragten sehen in diesem Bereich die größten Risiken und fürchten vor allem Industriespionage. Gerade die großen Unternehmen haben deshalb bereits kräftig in diesen Bereich investiert und ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Digitalisierung als Einfallstor für Cyber-Kriminalität

„Die Digitalisierung vernetzt nicht nur die einzelnen Unternehmensabteilungen, sondern die gesamte Wertschöpfungskette. Um die meisten Großunternehmen ist ein dichtes Netz aus Zulieferern, Agenturen und anderen Partnern und Dienstleistern entstanden“, sagt Helmut Pöllinger, Geschäftsführer von Brainloop Austria. Der Vorteil: effizientere Produktion, besserer Kundenservice und eine schnelle Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle.

Der Nachteil: Viele Partner sind kleine und mittelständische Betriebe, die sich bis jetzt noch keine großen Gedanken um die eigene Cyber-Sicherheit gemacht haben oder die Investition scheuen. Über den verifizierten Partner ist der Weg in die IT-Infrastruktur des primären Ziels wesentlich leichter als mit einer großangelegten Direkt-Attacke. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden geringer.  

„Geschäftsmodelle mit digitalem Fokus entwickeln“

„Jedes neue Geschäftsmodell muss im Kern digital sein. Mehr Fokus auf den Kunden und eine Ordnung der Geschäftsprozesse, die von den Möglichkeiten, neuer Technologien profitieren. Dazu gehört, die Kunden in das firmeneigene Ökosystem zu integrieren“, so Pöllinger. Das vereinfache vieles und gebe Impulse für Innovationen. Doch es gelte: Je integrierter, desto angreifbarer.

Sicherheit und vor allem Datenschutz müssten zudem von Beginn an Teil der Strategie sein. „Gerade personenbezogene Daten genießen besonderen Schutz, der durch die EU-DSGVO-Richtlinie ab Mai 2018 noch einmal betont wird“, ergänzt Pöllinger. 59 Prozent der Befragten gaben zu, nicht mit den Details der Verordnung vertraut zu sein. Dabei drohen bei Verstoß empfindliche Strafen. 18 Prozent wollen sich noch nicht einmal mit dem Thema beschäftigen.

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