Studie: 92% der europäischen Unternehmen nicht auf DSGVO vorbereitet

Bei der Umfrage unter 400 der erfolgreichsten Unternehmensleiter Europas zeigten sich 28% völlig ahnungslos hinsichtlich der im Mai 2018 kommenden Regelung.

Laut einer neuen Studie, die von den European Business Awards (EBA) für RSM, das sechstgrößte Netzwerk unabhängiger Wirtschaftsprüfungs-, Steuer- und Beratungsfirmen, durchgeführt wurde, sind Unternehmen in ganz Europa nicht auf die allgemeine Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) vorbereitet, die im Mai 2018 in Kraft treten wird. Bei der Umfrage, die von 400 der erfolgreichsten Unternehmensleiter Europas ausgefüllt wurde, wurden Fragen darüber gestellt, wie vorbereitet sie auf die DSGVO sind und welche Auswirkungen die neue Regulierung auf ihre Geschäftstätigkeit haben wird.

Weniger als 12 Monate vor der Einführung der neuen Regelung sind nur 8 % der Unternehmen auf die DSGVO vorbereitet und haben die notwendigen Änderungen in Angriff genommen, um den Vorschriften zu entsprechen.

Derweil ist einer von vier Unternehmensleitern (28 %) völlig ahnungslos hinsichtlich der Regelung, an die sie sich halten werden müssen. Es ist beunruhigend, dass 26 % der Unternehmensleiter, die mit ihrer DSGVO-Strategie vertraut sind, zugeben, dass ihre Organisation die Frist im Mai 2018 nicht einhalten kann. Unternehmen, die diese Frist nicht einhalten können, müssen mit Bußgeldern in Höhe von 4 % ihres globalen Umsatzes oder 20 Mio. Euro rechnen, je nachdem welcher Betrag höher ist.

„Kein einfaches Ankreuzen von Feldern“
Der Prozess zur Vorbereitung auf die DSGVO wirkt sich bereits auf den Geschäftsbetrieb aus. Die Umfrage hebt hervor, dass eine besorgniserregende Anzahl von Unternehmen in anderen Bereichen Kürzungen vornimmt, unter anderem bei Plänen zur Schaffung innovativer neuer Produkte (23 %) oder zum Vorantreiben des Wachstums durch internationale Expansion (22 %). Jean Stephens, CEO von RSM, äußerte sich dazu: „In weniger als 7 Monaten müssen Unternehmen auf dem ganzen Kontinent DSGVO-konform sein. Wir haben eine Zunahme bei den Kunden beobachtet, die sich über DSGVO-Beratungsdienste erkundigen, aber diese Studie macht deutlich, dass viele Unternehmen die Hürden, die sie im Vorfeld der sich rasch nähernden Frist zu überwinden haben, nicht vollständig realisieren. Unternehmensleiter müssen verstehen, dass es sich hier nicht um ein einfaches Ankreuzen von Feldern handelt. Sie müssen wahrscheinlich erhebliche Änderungen vornehmen, die ihr Unternehmen als Ganzes beeinflussen. Je eher sie daher mit den Vorbereitungen anfangen, desto besser.

Die Komplexität der DSGVO wird langsam zu einer Belastung für europäische Unternehmen. Von denjenigen, die sich die Verordnung genauer ansehen, glauben 51 %, dass sie für KMUs und mittelständische Unternehmen zu kompliziert ist. Zwei von fünf Unternehmen (41 % derjenigen, die in die Strategie ihres Unternehmens involviert sind oder zumindest darüber informiert sind) glauben, dass die Anforderungen der DSGVO ihre Unkosten deutlich erhöhen werden, darunter die Ausgaben für Beratungsdienste. Der Einsatz von externem Know-how kommt immer häufiger vor, und 60 % der Unternehmen suchen nach externer Unterstützung, um ihr Compliance-Projekt vor der Frist im Mai 2018 vorlegen zu können.

Trotz der Komplexität der Verordnung verstehen Unternehmen die Notwendigkeit der DSGVO. Unternehmensleiter in ganz Europa unterstützen die Änderungen, wobei die Mehrheit (52 %) zustimmt, dass Regelungen zur Überwachung der Verwendung personenbezogener Daten erforderlich sind. Adrian Tripp, CEO der European Business Awards, sagte: “Die meisten europäischen Unternehmen unterstützen zwar die Notwendigkeit von Änderungen hinsichtlich personenbezogener Daten, aber es liegt auf der Hand, dass viele Firmen die DSGVO entweder als schwierig betrachten oder sich der Anforderungen an sie nicht bewusst sind. Die Zeit läuft, und diese Unternehmen müssen die Gesetzgebung überprüfen, bei Bedarf Unterstützung einholen, oder sie riskieren nächstes Jahr hohe Geldstrafen.„

[Red.]

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