So werden Facebook-Videos zum Marketingerfolg

Die Bedeutung von Videos steigt auf Facebook kontinuierlich. Experten geben Tipps, was in der Praxis zu beachten ist.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 43 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Die Zukunft des weltweiten Social-Giganten Facebook ist Video – so lautet das einstimmige Credo von Facebook selbst, diversen Statistiken und Branchenexperten. So hat Locowise, ein Anbieter von Social-Performance-Measurement-Lösungen, ermittelt, dass im April 2017 ein Videoposting durchschnittlich 12,05 Prozent Reichweite erzielte, während Fotopostings auf 11,63 Prozent, Links auf 7,81 Prozent und einfache Status­updates auf nur 4,56 Prozent kamen. Video ist demnach der beste Weg, um auf Facebook mehr User zu erreichen. Doch was gibt es dabei zu beachten?

Der Social-Media-Analysedienst BuzzSumo hat 100 Millionen im Jahr 2016 publizierte Facebook-Videos analysiert und ermittelt, welche Faktoren dabei beachtet werden müssen. Österreichische Experten stimmen dem teils zu, sind in manchen Punkten aber auch anderer Meinung. So ergibt die BuzzSumo-Analyse etwa, dass die Kategorie „Food“ die mit Abstand erfolgreichsten Videos liefert, gefolgt von Fashion-, Haustier- und Do-it-yourself-Videos. Laut Robin Reger, Social-Marketing-Experte bei elements.at ist allgemein eine starke Entwicklung zu Lifestylethemen zu beobachten – und Agenturen könnten darauf reagieren, indem sie den Stil und die Schnitttechnik der Food- und Fashion-Videos aufgreifen. Laut Alexander Walterskirchen, CEO von pixelart, sind Videos gefragt, mit denen man gut informiert erscheint – Stichwort: DIY-Videos – oder welche die richtigen Emotionen auslösen.

Die optimale Länge

Weiters hat BuzzSumo die optimale Länge für ein Facebook-Video ermittelt – und dabei festgestellt, dass das Optimum in der Bandbreite zwischen 60 und 90 Sekunden liegt „So kurz wie möglich, so lange wie nötig,“ sagt Walterskirchen dazu. Reger meint, dass für ein Werbevideo 90 Sekunden schon zu lang sind. Im organischen Bereich könnten 90 Sekunden lange Videos funktionieren – aber auch dies nur abhängig vom jeweiligen Content: Bei der Zusammenfassung eines Fußballspiels seien 90 Sekunden gar zu kurz, sagt Reger. Einig sind sich beide Experten, dass in puncto Spannungsaufbau ein guter Einstieg nun wichtiger ist als je zuvor: Denn wenn der User nicht von Anfang an gefesselt wird, scrollt er sofort weiter. Reger empfiehlt etwa, mit Humor oder einer Frage in das Video zu starten; laut Walterskirchen sollte die wichtigste Nachricht gleich am Anfang stehen – mit einer packenden Szene, einer ungewöhnlichen Texteinblendung, einer interessanten Kameraeinstellung oder einer prominenten Person. 

Andere Regeln gelten für das Streamen von Livevideos: Hier empfiehlt BuzzSumo 15 bis 20 Minuten als Richtwert, die Topperfomer waren durchschnittlich rund 20 Minuten aktiv. Dass Livestreams länger sein sollten, bestätigt auch Reger: „Es ist schlecht, wenn der User eine Push-Nachricht für einen Livestream bekommt, dieser aber dann bereits beendet ist.“ Beim Mitfilmen von zum Beispiel Pressekonferenzen ergebe es daher Sinn, den Stream schon ein paar Minuten vor dem offiziellen Beginn zu starten, damit der User sich darauf vorbereiten kann. Walterskirchen fügt an, dass manche Unternehmen Livestreams zuvor auch ankündigen – und zwar in Form eines Teaser-Videos. Insgesamt, so beide Experten unisono, sind Facebook Live Videos in Österreich jedoch noch rar gesät. Auch, weil die Liveübertragung das Risiko in sich birgt, dass ungeplante Probleme auftreten.

Hoch, quer oder quadratisch?

Bezüglich des optimalen Formats der Facebook-Videos bewegen sich beide Experten weg vom Querformat. Reger setzt so oft wie möglich auf Hochformat, da dieses den Fullscreen des Smartphones voll ausfüllt, wenn er herunterscrollt. Walterskirchen sieht viel Interaktion bei quadratischen Videos – auch diese füllen den Bildschirm gut aus, wenn auch nicht so stark wie die Hochkantvideos. Bezüglich des besten Zeitpunkts für das Posten eines Videos rät Reger, zu analysieren, wann die eigenen Facebook-Fans am aktivsten sind – etwa mit den Tools Fanpage Karma oder Likealyzer.

Schließlich betont Walterskirchen, dass Videos nicht nur bei Postings, sondern auch in Facebook-Werbung deutliche Vorteile bringen: Denn Video-Ads würden mehr Awareness schaffen, deutlich höhere Klickraten erzielen und seien deutlich günstiger als herkömmliche Facebook-Werbung. Zwar muss man hier die geringeren Werbekosten den Produktionskosten für das Video gegenüberstellen – doch auch eine drei bis acht Sekunden kurze Sequenz kann schon die Aufmerksamkeit der User auf sich ziehen, sagt Walterskirchen.

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