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RTR sieht sich durch "smarte" Schlichtung bestätigt

Johannes Gungl, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post, kann auf einen Höchststand an gelösten Fällen zurückblicken.
© RTR

Die RTR kann in ihrem neuen Schlichtungsbericht auf ein Rekord-Tief an eingebrachten Beschwerden im Telekom-Bereich verweisen und führt das auf ihre "smarte" Taktik bei der Behandlung von Konflikten zurück - darunter auch das neue Phänomen der Ping-Anrufe.

Rund 1.900 eingebrachte Beschwerdefälle im Bereich Telekommunikation und Medien bedeuten für die RTR so wenige wie seit 15 Jahren nicht mehr. Ein "offener Dialog auf Augenhöhe" mit allen Beteiligten erziele damit nach der Devise "smart statt hart" eine "Win-win-Situationen für Endkunden und Betreiber", so die RTR zu ihrem jüngsten Jahresbericht. Neben dem Rückgang der Schlichtungsfälle um fünf Prozent im Jahresvergleich lag die Einigungsquote mit 84 Prozent so hoch wie noch nie.

Auffallend war der Anstieg der eingebrachten Fälle bei Entgeltstreitigkeiten über Datendienste-Roaming (2016: 117, 2017: 216) und der Netzqualität im Mobilfunk (2016: 79, 2017: 148). Ersterer ist auf die Einführung der EU-Roaming-Regeln zurückzuführen. Stark zurück gingen Entgeltstreitigkeiten zu Diensten von Drittanbietern (2016: 398, 2017: 247), was die RTR der "großen Kooperationsbereitschaft der Betreiber" zuschreibt. Die größte Gruppe der Konflikte stellte mit 629 Fällen Vertragsstreitigkeiten dar. Gerade diese konnten jedoch zu 93 Prozent innerhalb von 90 Tagen beendet werden. Lediglich 80 Fälle betrafen Pay-TV-Angebote

Ping-Anrufe als neues Ärgernis

Vermehrte Aufmerksamkeit muss die RTR dem sich ausbreitenden Phänomen der Ping-Anrufe widmen, bei denen es Anrufer mit ausländischen Nummern nur einmal kurz klingeln lassen und dann wieder auflegen, um zu teuren Rückrufen zu verleiten. Das sei nicht nur ärgerlich, sondern könne auch "ins Geld gehen", so Johannes Gungl, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post. Da aus dem Markt Angaben zur Zahl der Betroffenen fehlten, habe man sich zur Schaffung der "Meldestelle Rufnummernmissbrauch" entschlossen, bei der sich Betroffene melden sollten.

Die Zahl der eingebrachten Schlichtungsanträge im Bereich Postdienste erhöhte sich zwar stark von 159 auf 277 im Jahr 2017 und damit um 74 Prozent. Das führt die RTR aber vor allem auf den steigenden Bekanntheitsgrad der Schlichtungsstelle für Postdienste zurück. In Anbetracht von rund 720 Millionen im Inland beförderten Paketen und Briefen 2017 sähen die "die 277 Fälle aber sehr gering aus“, so Gungl. Zustellprobleme bei Paketen lösten wie auch im Jahr davor am häufigsten einen Schlichtungsfall aus (83 Fälle). Weitere Problembereiche waren Paketverluste im Auslandsverkehr (31) und sonstige Postdienstleistungen (25).

 

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