ProSiebenSat.1: Abschied von Ebeling - die Reaktion aus Österreich

Welche Einflüsse der bevorstehende Management-Wechsel in Deutschland auf das Österreich-Geschäft hat: HORIZONT hat bei ProSiebenSat1. Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker nachgefragt.

Es war die Meldung des Wochenendes: Der langjährige ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling verlässt im Februar 2018 vorzeitig den Medienkonzern. Der Vorstandschef der TV-Sendergruppe hatte eigentlich einen Vertrag bis Mitte 2019, sorgte zuletzt mit Äußerungen bei einer Analystenkonferenz für Aufsehen: „Es gibt Menschen, die ein bisschen fettleibig sind und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf der Couch sitzen, sich zurücklehnen und wirklich gerne unterhalten werden.“ Die Nachfolge des seit 2009 an der Spitze des Konzern stehenden Managers ist unklar, unterdessen kämpft der deutsche Konzern mit sinkenden Zuseherzahlen, hohen Programmkosten und unter Druck geratenen Werbeeinahmen.

Tochter des deutschen TV-Konzerns ist die hierzulande tätige ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe. Welche Auswirkungen der Management-Wechsel auf das österreichische Unternehmen hat, beantwortet Österreich-Geschäftsführer Markus Breitenecker auf HORIZONT-Anfrage schriftlich.


HORIZONT: Welche Auswirkungen hat der Rückzug von Thomas Ebeling auf ProSiebenSat.1 Puls 4 in Öster­reich?
Markus Breitenecker, Geschäftsführer ProSiebenSat1. Puls4: Wir verfolgen weiterhin unsere Ziele und fokussieren uns auf die digitale Transformation des TV-Geschäftes und eine Stärkung lokaler Inhalte.


Sie haben heuer den Privatsender ATV und ATV 2 übernommen, die ATV-Gruppe hat zuvor Verluste geschrieben. Der Ankauf geschah in der Amtszeit von Ebeling und wurde demnach von diesem mitgetragen. Der wirtschaftliche Turnaround von ATV ist noch im Gange. Glauben Sie an Unterstützung auch durch den neuen CEO – oder fürchten Sie hier besonderen Druck?
ATV ist ein strategisches Projekt und stärkt unsere österreichische Sendergruppe nachhaltig am österreichischen Markt.


Gerüchten zufolge gab es für die ATV-Übernahme nicht nur Fürsprecher in der deutschen Managementebene. War dies der Fall? Und könnte nach dem Rückzug von Thomas Ebeling eine Neubewertung des Ankaufs möglich sein?
Nein, diese Annahme können wir nicht bestätigen. Wie schon gesagt, ist ATV ein wichtiger strategischer Schritt gewesen, der unsere Marktposition in Österreich nachhaltig stärkt. Dies wird vom gesamten Konzern so bewertet.


ProSiebenSat.1 kämpft mit sinkenden Zuschauerzahlen, hohen Programmkosten, sinkenden Werbeeinnahmen. Fürchten Sie, angesichts dieser Lage der Konzernmutter, den Stopp neuer Projekte oder gar Bereinigungen in Ihrem Portfolio?
ProSiebenSat.1 Puls 4 hat immer bei Erfolgen des Konzerns partizipieren und auch in Folge in den österreichischen Markt investieren können. In Zeiten der Neufokussierung leisten wir unseren Beitrag, gleichzeitig ist jeder für seinen Markt verantwortlich.


Wer ist Ihrer Meinung nach ein geeigneter Kandidat für die Nachfolge von Thomas Ebeling?
Um die Nachfolgersuche kümmert sich alleinig der Aufsichtsrat, diese Frage kann also nur der Aufsichtsrat beantworten.

Mehr dazu und eine ausführliche Analyse zum deutschen ProSiebenSat.1-Konzern lesen Sie in der kommenden HORIZONT-Ausgabe am Freitag. Noch kein Abo? Hier klicken!

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