Press Freedom Award 2016 geht an polnische Journalistin

Der mit 6.000 Euro dotierte Preis wird heute Abend im Presseclub Concordia in Wien verliehen.

Die polnische Journalistin Ewa Siedlecka erhält den Press Freedom Award 2016, der jährlich von Reporter ohne Grenzen Österreich vergeben wird. Mit ihren Artikeln über den polnischen Verfassungsgerichtshof habe sie „die Öffentlichkeit frühzeitig auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die dem Rechtsstaat durch parteipolitische Eingriffe drohen können“, heißt es in einer Aussendung.

Die langjährige Mitarbeiterin der linksliberalen Zeitung „Gazeta Wyborcza“ wird für ihren Artikel „Jetzt haben wir Budapest in Warschau“ ausgezeichnet, in dem sie „die über ein einzelnes EU-Land hinausreichende Sorge um den Rechtsstaat“ ausdrückt, wie es in der Aussendung weiter heißt. Die studierte Psychologin setzt sich seit Jahren journalistisch mit Menschenrechtsthemen wie der Situation im Strafvollzug oder der Lage von religiösen und sexuellen Minderheiten auseinander.

Polen ist nach Angaben von Reporter ohne Grenzen auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit im Jahr 2016 um 29 Plätze auf Rang 47 gefallen. Die Journalistenorganisation kritisiert die „Missachtung der Pressefreiheit durch führende Politiker in Warschau“, seit die nationalkonservative Partei PiS im Land regiert, die bei den Wahlen im Oktober 2015 die absolute Mehrheit erhielt.

„Wir verzeichnen zielgerichtete Bestrebungen der neuen Regierung, den Pluralismus der Medien in Polen zu zerstören und Propaganda zu fördern“, hatte Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen, bei der Ausschreibung des Preises mitgeteilt. Der Press Freedom Award sei 2016 deshalb für Polen ausgeschrieben worden, um „ein Zeichen für kritische und investigative Berichterstattung“ zu setzen.

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