Post launcht shöpping.at

Der nun gelaunchte österreichische Onlinemarktplatz soll die Antwort auf Amazon und Co sein; E-Brief als neues Service-Geschäftsfeld für den Kunden.

Die Post baut ihre Digitalangebote weiter aus: Das bereits im Vorjahr avisierte shöpping.at soll die rot-weiß-rote Antwort auf Amazon sein und ist nun am 5. April auch live gegangen. Der Onlinemarktplatz soll eine Ergänzung zu etablierten Onlineshops und Marktplätzen, die überwiegend aus Deutschland verkaufen, sein. Das Ziel: Wertschöpfung und Kaufkraft sollen in Österreich verbleiben. „Mit shöpping.at wollen wir ausschließlich österreichischen Händlern und Herstellern eine Plattform für die Vermarktung ihrer Produkte zur Verfügung stellen“, sagt Gerald Gregori, Geschäftsführer Post E-Commerce. Bisher floss ein einstelliger Millionenbetrag in das Projekt.

Aktuell zeigen sich 40 Mitarbeiter im Tochterunternehmen Post E-Commerce für das Projekt verantwortlich; dabei werden es laufend mehr. Leistungen wie Kundenservice und Billing werden bei der Muttergesellschaft zugekauft. Zum Start werden 500.000 Produkte von 60 Händlern zur Verfügung stehen; darunter große Ketten wie Kastner & Öhler, Gigasport, Thalia, Hersteller wie Jacques Lemans, Miele oder Jolly - und auch kleinere, wie Bademeisterei, blubonbon oder delikat-essen. Dabei sehen kleinere Unternehmen beziehungsweise auch „Hidden Champions“ shöpping.at als „gute Chance für deutlich mehr Umsätze“, sagt Gregori.

Partner für den Handel

Die Post als größter Paketdienstleister in Österreich wäre „ohnehin ein wesentlicher Partner des Handels auf seinem Weg in Richtung E-Commerce“, sagt Gregori zum Beweggrund des Projektes. Auch habe man vor fünf Jahren damit begonnen, Dienstleistungen in anderen Bereichen wie Fulfillment - also Lagerung, Kommissionierung und Verpackung - zu erweitern und das Unternehmen Systemlogistik eingekauft. Der weitere logische Schritt, ist Gregori sich sicher, „folgte mit shöpping.at“. Auch Lebensmittel werden über die neue Plattform shöpping.at angeboten. So sind zum Start bereits Austrian Delivery, Wein & Co, die Dorfsennerei Langenegg, Fireland Foods und Spiceworld dabei. „Wir sehen das als sehr interessantes Marktsegment, das wir auch logistisch mit der Lebensmittelbox sehr gut abdecken“, sagt Gregori.

Aus unternehmerischer Sicht sei das Projekt shöpping.at ein „wichtiger Teil unserer Digitalisierungsstrategie - wie jede Post der Welt suchen wir neue Geschäftsfelder, um das schrumpfende Briefgeschäft zu kompensieren“, erklärt Gregori. Laut Jahresbericht 2016 verbuchte die Division Brief ein Minus von 1,6 Prozent bei einem ausgewiesenen Konzernumsatz von 2.030,5 Millionen Euro.

'Simple Zugänge funktionieren'

Eines der neuen Geschäftsfelder ist der E-Brief. Walter Hitziger, Post Vorstand Brief, Werbepost & Filialen, sprach im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Marketing-Insights - Praxisdialog“ an der Wirtschaftsuniversität Wien unter anderem darüber, wie die Digitalisierung auch den Bereich Brief beeinflusst. So werden neuerdings haptische Briefe in digitaler Form versendet, aber auch empfangen. Derzeit wollen etwa „30 Prozent der Kunden ihre Post digital; 70 Prozent aber wollen sie auf herkömmliche Weise auf Papier“, streicht Hitziger in seinem Vortrag „Kundennähe in Gelb - Die Österreichische Post auf ihrem Weg zum Marketing-Allrounder“ heraus.

Ein ähnliches Service war bereits vor fünf Jahren geplant, „allerdings war das Produkt zu kompliziert, sodass es nur 25.000 User genutzt haben“, sagt Hitziger. Seitdem ist für Hitziger klar: „Simple Zugänge funktionieren. Der Kunde ist kaum bereit, über unsere Dienstleistungen zu lernen. Wenn es easy going ist, nutzt er es.“

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