Österreichischer Werberat fordert Kampagnen-Stopp von Palmers

„Osterhöschen“-Sujet verstößt gegen Ethik-Kodex

Nachdem das Werbesujet der „Osterhöschen“-Kampagne von Palmers für einen Aufschrei in den (sozialen) Medien (HORIZONT berichtete) und für insgesamt acht Beschwerden beim Österreichischen Werberat gesorgt hatte, hat dieser nun entschieden. „Die Werberäte und Werberätinnen sprechen sich für die Aufforderung zum sofortigen Stopp der Kampagne bzw. sofortigen Sujetwechsel aus“, wie es gegenüber HORIZONT heißt.

Die Begründung: Die abgebildeten Models würden in einer sexualisierten und entwürdigenden Weise dargestellt, an Minderjährige erinnern und rein als Blickfang dienen. Obwohl ein Produktzusammenhang gegeben sei, spiele das Sujet mit Konnotationen, die auch bei Unterwäschewerbung nicht zulässig seien. Vor allem die Verbindung von Wort und Bild würde eine herabwürdigende Darstellung zeigen. „So werden Models als ,Osterhöschen‘ entweder auf die getragene Unterwäsche reduziert oder auch mit ,Osterhäschen‘ gleichgesetzt, was in Verbindung mit dem Bild eindeutig sexuell zu interpretieren ist und nichts mit dem Produkt zu tun hat. Darüber hinaus wirken die Darstellerinnen sehr jung und alleine durch ihren Körperbau kindlich“, lautet die Erklärung des ÖWR.

„Unrealistisches Körperbild für junge Frauen“

Der Werberat sieht sich mit seiner Entscheidung gegen Palmers insbesondere dem Schutz von Jugendlichen verpflichtet. Er sieht „das Setting der gesichtslosen, sehr jung wirkenden Darstellerinnen als eine Reduktion auf den Körper und die Sexualität“, die Werbemaßnahme propagiere ein unrealistisches Körperbild für junge Frauen.

Somit verstoße Palmers gegen den Ethik-Kodex der Österreichischen Werbewirtschaft. Konkret nennt der ÖWR hier die „Allgemeinen Werbegrundsätze“, welche für soziale Verantwortung insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen vor dem vollendeten 18. Lebensjahr plädieren sowie eine entwürdigende Darstellung von Sexualität ablehnen. Weiters sei der Aspekt der „Geschlechterdiskriminierenden (sexistischen) Werbung“ gegeben.

Von Palmers liegt bezüglich der Werberat-Entscheidung noch keine Stellungnahme vor.

[]

Kommentare

1 Postings

  • Josef Wolfgang Bräuer
    Eine falsche und unnötige Entscheidung.
    Es gäbe Wichtigeres.
Diskutieren Sie mit

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online