Mobile Marketing: „Die besagte Schere wird durchaus kleiner“

Die MMA-Präsidenten Harald Winkelhofer und Andreas Martin über mobile Spendings, ideale Werbeformen und den modernen POS

Das vollständige Interview mit Harald Winkelhofer und Andreas Martin lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe Nr. 25 vom 24. Juni. Hier geht's zum Abo

Der Online-Werbemarkt wird heuer um etwa 11,6 Prozent wachsen, das geht aus der Werbeplanung.at-Prognose hervor, die das Branchenmedium im Februar veröffentlicht hat (HORIZONT berichtete). Andreas Martin, Geschäftsführer von pilot@media.at und gleichzeitig Präsident bei der Mobile Marketing Association Austria (MMA), bezeichnet diese Erhebung gegenüber HORIZONT nun als „eine der besten im Markt“ - die Einschätzungen der Studie könne man durchaus teilen, so Martin. Mobile Advertising sei aber ein breiter Begriff, darunter würden neben mobilen Display-Ads auch mobile Keywords (SEA) oder Facebook-Anzeigen fallen. 

In den vergangenen Jahren kritisierte Martin oft, dass die mobilen Spendings noch weit davon entfernt seien, das tatsächliche Nutzungsverhalten abzubilden. Hier hat sich seine Meinung inzwischen etwas geändert: „Unter der oben getätigten Definition beziehungsweise Prämisse, was eigentlich alles unter Mobile Advertising fällt, ist unsere Einschätzung, dass die besagte Schere durchaus kleiner wird.“ Exakte Aussagen dazu seien aber nicht zu treffen, „da Facebook und Google offiziell keine Spending-Zahlen kommunizieren“. Man dürfe aber auf keinen Fall den Fehler machen und Facebook, Google oder Amazon unterschätzen. 

Grundsätzlich habe sich an der Aussage, dass Österreich traditionell eher ein Print-Land ist, nichts geändert sagt Martin. „Was das Verständnis für neue Medien und Technologien und insbesondere das Smartphone als Werbekanal betrifft, hat sich die Überzeugungsarbeit der letzten Jahre sicherlich gelohnt.“ Dazu beitragen würde auch die „sehr positive Start-up-Kultur“, so Martin. 

Trends: Retail, POS, CRM und Data

Harald Winkelhofer, ebenfalls MMA-Präsident und daneben auch Geschäftsführer von IQ mobile, sagt, auf ein mögliches Patentrezept für mobile Werbeformen angesprochen, dass Werbung als Service und interaktives Element rüberkommen müsse. „Somit sind interaktive Werbeformen, die sich speziell am Mobile Device dank der Wisch-, Kipp- oder Schüttel­effekte umsetzen lassen, für die User am attraktivsten.“ Native Advertising spiele besonders auf dem Mobiltelefon eine wichtige Rolle. Das größte Potenzial für mobiles Marketing orten Winkelhofer und Martin in den Bereichen Retail und Point of Sale sowie CRM und Data. „Im Retail und am POS, oder dort wo ein moderner POS hinwandert – das kann ja auch das Wohnzimmer oder ein anderer Ort sein, wo man es nicht erwartet, dank Technologien wie Virtual Reality et cetera – schaffen mobile Technologien neue Möglichkeiten.“

Über die MMA

Die Mobile Marketing Association Austria, kurz MMA Austria, ist die österreichische Landesorganisation der Internationalen Mobile Marketing ­Association. Diese repräsentiert laut Eigendefinition „als unabhängige Interessensvertretung alle Vertreter der Mobile-Marketing-Wertschöpfungskette“, dazu zählen Netzbetreiber, Agenturen, Mobile Marketer, Herstellern von End­geräten, Medien, und viele mehr. Harald Winkelhofer und Andreas Martin agieren als Präsidenten der Interessensvertretung.

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Kommentare

1 Postings

  • Ferdinand Bachman
    Mobile Marketing am POS wird definitiv in Zukunft zunehmen. Die Frage ist nur ob es für viele Unternehmen nicht schon zu spät ist auf den Zug aufzuspringen. Neue Anwendungen von Mobile Marketing werden oftmal skeptisch gesehen, da z.B: durch massenhafte mobile Notifications und nutzlose Apps, die Kunden und Kundinnen vorsichtiger geworden sind, was sie auf ihrem Smartphone intallieren. Es gibt zwar Software, wie beispielsweise von xamoom, einem Startup aus Österreich, das Mobile Marketing Lösungen anbietet, doch am Schluss liegt es daran, ob das genutzt wird und das Unternehmen den USP kenntlich machen kann denn eines ist klar: Mobile Marketing ist nur so gut wie der Content.
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