Mitterstielers „News“: Ihr erstes Fazit, ihre Pläne

News-Chefredakteurin Esther Mitterstieler über Zielgruppe, Inhalte, Online – und darüber, warum jede Woche ein Redakteur mit einer Flasche Prosecco nach Hause geht.

Im Tower an der Taborstraße ist es derzeit ganz schön laut. Es wird gehämmert, gebohrt, umgebaut. Im Zuge des Restrukturierungsprozesses hat die VGN sieben Stockwerke abgegeben, die Raumaufteilung neu sortiert.

Auch intern wurde verändert: Esther Mitterstieler übernahm per Februar die Chefredaktion des Wochenmagazins News – und will das Blatt nun behutsam weiterentwickeln, wie sie gegenüber HORIZONT sagt.Konkret heißt das: „Wir setzen auf einen Faktenteil im vorderen Heftteil, gehen dafür auch direkt an Orte des Geschehens und bringen Reportagen“, so Mitterstieler.

Der klassische News-Leser „ist 40 plus und liest das Blatt je nach Geschlecht anders. Frauen lesen es eher von hinten beginnend mit den softeren Themen. Männer beginnen lieber vorne mit den härteren Storys.“Verstärken will sie noch den Society-Teil sowie die Verzahnung mit Online.

„Wir reißen Themen online an und verweisen auf vertiefende Inhalte in Print. Umgekehrt verweisen wir in Print auf Online wenn wir etwa auch einen Videobeitrag zur Story haben.“ Stichwort Paywall? „Das ist kein Thema für uns“, so Mitterstieler.

Zudem habe man mit „WhatsNews“ einen Newsletter via WhatsApp geschaffen, um Communitys aufzubauen. Nächstes Thema werde der Onlineauftritt sein, „wobei sich die Frage stellt, wie viele User noch direkt auf die Website kommen und ob nicht Social Media der wesentlichere Treiber zur Markenstärkung ist“.

Dass News in der Vergangenheit so viele verschiedene Blattlinien erlebte, ist für Mitterstieler „kein Problem. Ich konzentriere mich auf meinen Job und möchte mit dem Heft an Relevanz gewinnen.“ Ihr News in drei Worten beschreibt sie so: „klar positioniert, lebensnah, investigativ.“ Man brauche exklusive Geschichten, „das sind nicht immer investigative Storys. Auch mit Überraschungseffekten kann man exklusiv sein.“

Mit anderen Verlagsprodukten komme man sich nicht in die Quere, denn: „Wir haben deutlich weniger Wirtschaftsthemen als der Trend und sind nicht so politisch wie das Profil. Ich sehe da keine großen Mischmengen. Jeder ist anders und jeder konzentriert sich auf seine Zielgruppe.“

Grundsätzlich sei der Markt ein schwieriger geworden, deshalb gehe es um Energie und Einsatz. „Ich treibe die Leute an und sie treiben mich an. Jede Woche wetten wir, wie viel Stück wir verkaufen. Wer am nächsten dran ist, bekommt eine Flasche Prosecco.“

Laut ÖAK-Jahresschnitt 2016 sind das im Schnitt etwa 10.000 Stück Einzelverkauf inklusive E-Paper. Inwiefern sich das seit dem Verlegen des Erscheinungstermins von Samstag auf Freitag verändert hat, war bis zu Redaktionsschluss nicht zu erfahren. Bei den Abos weist die ÖAK knapp 65.000 Stück aus, davon rund 7.700 E-Paper 

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