Horizont Newsletter

Mit Tempo ins neue Jahr

(c) Ian Ehm

Dieser Leitartikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 50 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Mit 2018 steht der Branche ein aufregendes Jahr bevor: Die Regierung schnürt ein Medienpaket samt neuer Maßnahmen, die Datenschutzgrundverordnung tritt in Kraft und die Diskussion um Onlinewerbung, das Abfließen von Werbegeld zu den US-Giganten sowie um das Schaffen von Regeln und Pflichten für ebendiese wird neue Höhen erreichen. Das bedeutet für die Branchen Medien, Marketing und Werbung vor allem: Es braucht Mut zum Diskurs. Und Wille für Veränderung.

Prognosen zeigen, dass geschlossene Werbeumfelder, wie Social-Web-Plattformen sie darstellen, nächstes Jahr weiter rasant wachsen werden – und das trotz aller Kritik in Ausspielungs- und Datenverwendungsfragen. Die Gründe liegen auf der Hand: User sind durch den hohen persönlichen Nutzen bereit, ihre Daten zu teilen und ihre Zustimmung zu diversen Werbemaßnahmen zu geben. Marketingverantwortliche können dies nutzen und Zielgruppen spezieller ansprechen – ein Asset, das offenbar mehr wiegt als die Kritikpunkte.

Zurückhaltender geben sich Marktforscher bei der Entwicklung klassischer Onlinewerbung. Diese steht durch offene Fragen in den Bereichen Viewability, Messbarkeit und Umfeldplatzierungen in der Kritik. Procter & Gamble hat dieses Jahr seine Digitalspendings massiv gekürzt, ohne Absatzrückgänge verbucht haben zu wollen. Diese Entwicklung könnte sich 2018 verschärfen – und zu einer intensiveren und vor allem schnelleren Diskussion in Sachen Trusted Marketplaces und Datenschutz führen.

Das ist gut so. Denn mit der ePrivacy- Verordnung kommt 2018 ein wichtiges und weichenstellendes Thema auf die Branche zu, bei dem es Bedarf an intensiver Auseinandersetzung und Beschlusskraft gibt. Der Schutz von Daten ist wichtig und notwendig. Aber zu welchem Preis? Nach der derzeitigen Fassung erschwert die EPVO das Onlinebusiness massiv – das wiederum hat Auswirkungen auf die Medien, in weiterer Folge auf das mediale Angebot und damit auf den Endkonsumenten. In Deutschland erhob sich zuletzt der gesamte OWMVorstand samt seiner Gäste auf ihrer Fachveranstaltung gegen die Verordnung. In Österreich wird derzeit noch an einem Schulterschluss der Verbände gearbeitet. Es ist uns allen zu wünschen, dass hier auf nationaler Ebene schnell(er) agiert wird, um rechtzeitig Einfluss auf die bevorstehende Verordnung nehmen zu können. Zeit für Apathie haben wir jedenfalls nicht.

Auch die 5G-Ausschreibung steht auf der Agenda für das kommende Jahr, sie wird wesentlich für die Infrastruktur der Medien sein. Auch die Themen Presseförderung, Hauszustellung und Gebühren werden uns begleiten. Spürbar gewachsen ist jedenfalls die Bereitschaft der Branche zu Kooperationen. Das Schrebergarten-Denken nimmt ab. Endlich.

Übrigens: Für den bestseller, unser Wirtschaftsmagazin für die Kommunikationsbranche, haben wir Medienmanager, Marketing- und Mediaagenturchefs zu ihren Einschätzungen für 2018 gefragt. Es zeigt sich: Es herrscht viel Einigkeit im Bereich der Kooperationen und digitalen Herausforderungen, doch bei Themen wie der Spendingentwicklung gehen die Meinungen auseinander.

Im HORIZONT-Dossier in dieser Ausgabe finden Sie zudem unseren großen Jahresrückblick sowie eine Vorschau auf Ereignisse im nächsten Jahr. Mit diesem umfangreichen Lesestoff wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten HORIZONT-Redaktion einen wunderbaren Jahresausklang und einen ebenso stimmigen Jahreseinklang.

Wir erscheinen mit der Printzeitung wöchentlich wieder ab dem 12. Jänner. Bis dahin versorgen wir Sie wie gewohnt mit frischem tagesaktuellen Nachrichten und Storys aus den Bereichen Medien, Marketing, Agenturen und Digital online auf www.horizont.at und über unsere Newsletter.

0 Kommentare

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online