Medientage: So sieht die Zukunft von Print aus

Thema der Österreichischen Medientage: Wie Print sich zwischen digitaler Transformation und analoger Verlässlichkeit bewegt – und wie Junge erreicht werden.

Mit knapp fünf Millionen Zeitungslesern ist Österreich ein Printparadies. Der Trend zu Haptik, der Wunsch nach Einordnung und Analyse ist nicht von der Hand zu weisen. Laut Digital News Report vom Reuters Institute for the Study of Journalism nutzen 67 Prozent der befragten Österreicher Print als Nachrichtenquelle. Auch 16- bis 30-Jährige zeigen eine hohe Printaffinität, wie die Studie des Vereins Zeitung in der Schule zeigt.

Zwar verbuchten Österreichs Tageszeitungen zuletzt etwas weniger Leser, doch: „Die Leserrückgänge werden sich auf einem sehr hohen Niveau einpendeln, weil junge Leser nachwachsen“, sagt etwa Hermann Petz, Vorstand Moser Holding. Wie sich Verlage dafür wappnen und wo die Zukunft von Print liegt, ist Thema eines Panels bei den Österreichischen Medientagen am 20. und 21. September. Die Experten gaben vorab Einblicke.

Längst nutzen Zielgruppen ihre Medien „je nach Bedarf und Gelegenheit“, weiß Wolfgang Winter, General Manager Print beim Red Bull Media House. Medienhäuser sollten ihre Marken „auf allen Kanälen zugänglich machen und die jeweils richtige Form und Aufbereitung finden.“ Das am besten auch am Wochenende: Die Presse am Sonntag konnte seit vier Jahren stabile Reichweiten verbuchen, bekräftigt Rainer Nowak, Chefredakteur, Herausgeber und neuerdings Geschäftsführer der Presse. Auch habe man mit der jüngst gestarteten Premium-Presse, bei der die Leser für ausgewählte Inhalte bezahlen müssen, erste Erfolge verbucht: „Wir haben bereits 6.000 neue Digital­abonnenten dazu gewonnen.“

Neue Zielgruppen im Fokus

Verlagshäuser suchen aber weiterhin nach neuen Perspektiven. So wird Die Presse noch im Herbst „eine neue Digitaloffensive starten, bei der wir den Fokus verstärkt auf die jüngere Zielgruppe legen“, kündigt Nowak an. Auch der Ausbau bestehender Produkte liege im Fokus: „Unsere Buchverlagsserie und das Geschichte-Magazin laufen sehr gut, diese wollen wir weiterhin stärken“.

Die junge Generation spielt auch für die Moser Holding eine wichtige Rolle. So will sich das Verlagshaus zukünftig auf Jugendliche und junge Familien, die gerade bei der Hausstandsgründung sind, konzentrieren. Wie man frischen Wind in die Printbranche bringt, hat beispielsweise der deutsche Business Punk, das Wirtschafts- und Lifestylemagazin von Gruner+Jahr, vorgemacht. So sucht die Redaktion „nach herausragenden Typen, die etwas bewegen“, sagen Christian Cohrs und Tolgay Azman, die beiden Redaktionsleiter. Noch in diesem Jahr soll die Digitalredaktion weiter ausgebaut werden, um auch die Zahl „eigener, exklusiv für Digital produzierten Geschichten“ weiter zu steigern. So liegt die verkaufte Auflage von Business Punk bei 35.000 Exemplaren, die Webseite verbucht 1,2 Millionen Pageimpressions.

Eine andere gedruckte Zukunft ortet Stefan Häckel, CEE bei Vice Österreich. Wo Print noch punkten könne sei im Corporate Publishing, „das hierzulande auch gerne als Content Marketing verkauft wird“. Für ihn ist Print allerdings nicht unbedingt „mehr oder weniger Premium als Bewegtbild oder Digital.“

Die Zukunft von Print ist auch Thema auf denn Österreichischen Medientagen 2017 beim Panel ‚Der neue Adel heißt Print!‘ (20. September, 14:30 - 16:00 Uhr). Klicken Sie hier, um sich Tickets zu sichern.

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