Medienanalyse: Gespaltene Reaktionen auf Neo-Teamchef Franco Foda

Einer eher wohlwollenden Darstellung in den „klassischen“ Medien stehen kritische Reaktionen im Social Web gegenüber.

Die Präsentation von Franco Foda als neuer ÖFB-Teamchef sorgte in den vergangenen Tagen für hohe Aufmerksamkeit. Der heimische Medienbeobachter META Communication International hat die mediale Berichterstattung sowie die Diskussionen im Social Web im Detail analysiert. Dabei zeigt sich: Die Entscheidung des ÖFB-Präsidiums bleibt umstritten. Viele Beobachter bezweifeln, dass Foda an die Erfolge von Marcel Koller anschließen kann.

Deutliche Unterschiede zwischen medialer Darstellung und öffentlicher Wahrnehmung
Die Bestellung von Foda wird in Medienberichten vielfach positiv dargestellt. Rund 52 Prozent aller Charakterisierungen sind positiv gehalten. Hervorgehoben wird vor allem seine Erfolgsbilanz mit dem aktuellen Tabellenführer Sturm Graz, seine hohen Ansprüche an Disziplin und Teamgeist sowie die Chance auf einen Generationenwechsel in der Mannschaftsstruktur.

Deutlich polarisierter ist die Wahrnehmung via Social Media. Nur jeder fünfte Kommentar (21 Prozent) zu Foda ist positiv, der Anteil ambivalenter (25 Prozent) und negativer Reaktionen (12 Prozent) ist deutlich höher. Zwar verweisen auch hier viele User auf den Erfolg von Sturm Graz, ebenso werden aber wiederholt internationale Erfahrung, spieltaktische Flexibilität sowie sein Führungsstil hinterfragt. Während sich Befürworter ein stärkeres Standing gegenüber den Mannschaftsstars erhoffen (etwa David Alaba und die „Mittelfeldfrage“), befürchten andere ein erhöhtes Konfliktpotenzial im Team.

Einigkeit herrscht darüber, dass die Präsentation des neuen Teamchefs sehr unglücklich verlaufen ist. So sei bei der ersten Pressekonferenz mit ÖFB-Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Peter Schöttel der Eindruck entstanden, dass Foda bestenfalls die zweite Wahl gewesen ist. Als Kompromisskandidaten fehle ihm der interne Rückhalt, so der Tenor. Womöglich sei er nur ein Platzhalter, etwa für den favorisierten Peter Stöger.

Detailliertes Bild der öffentlichen Stimmungslage
„Die Gegenüberstellung von Medienberichten mit der Wahrnehmung in Social Media ist stets besonders spannend“, sagt Maximilian Freissler, Leiter der Medienanalyse bei META. „Einerseits geben die Medien den Tenor vor, andererseits sind auch Journalisten durch das Stimmungsbild im Social Web beeinflusst. Eine vollumfängliche Medienresonanzanalyse gibt daher ein besonders detailliertes Bild der öffentlichen Stimmungslage“, so Freissler weiter.

[Red.]

Kommentare

0 Postings

Keine Kommentare gefunden!

Diskutieren Sie mit

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online