media.at-Verkauf: erste Interessenten

Erste unverbindliche Annäherungen, neuer Aufsichtsrats-Vorsitzender und pilot-Pläne.

Diese Geschichte ist Teil der HORIZONT-Printausgabe Nr. 16/2016 vom 22. April. Hier geht's zum Abo.

Der geplante Verkauf der media.at schreitet voran: So haben potenzielle Käufer ihr Interesse an der zweitgrößten Mediaagentur des Landes bekundet. Wer konkret in das Rennen um die gemeinsame Mediaagentur von Bawag, A1, Lotterien und Post eingestiegen ist, weiß nur ein enger Kreis aus dem Umfeld der media.at selbst – diese sind zu Stillschweigen verpflichtet. Auch aus dem potenziellen Bieterkreis äußert sich niemand in dieser heißen Phase. 

Was jedenfalls zu vernehmen war: In etwa gut zwei Dutzend Interessenten sollen ein unverbindliches erstes Angebot abgegeben haben. Die Zahl wird offiziell weder dementiert, noch bestätigt. Auch in der Branche kursierende Gerüchte, wonach es bei den Interessenten Überraschungen gäbe und zugleich als „Fixstarter“ gegoltene Player nicht teilnehmen würden, blieben unkommentiert. 

Auch was das Timing anbelangt, hüllt man sich in Schweigen. Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG hatte ja Mitte Februar zum Verkauf im Auftrag der Agentureigentümer einen Teaser an potenzielle Interessen verschickt – und begleitet nun den Verkauf. Man sei aber zur Verschwiegenheit verpflichtet und könne, was den weiteren Verkaufsverlauf anbelangt, aktuell keine Angaben machen. 

Messinger ersetzt Karst

Bestätigt ist jedoch, dass eine neue Führung in das Kontrollgremium der media.at bestellt wurde: Bisher agierte Peter Karst als Vorsitzender des Aufsichtsrats, der trotz seines Wechsels vom Eigentümer Bawag nach Deutschland zu Dr. Thede Consulting im April des Vorjahres diese Position noch knapp ein weiteres Jahr bekleidete. Karst selbst bestätigt, seit 17. März 2016 diese Position nicht mehr innezuhaben. Ein Blick in den Firmenbuchauszug der media.at (Stichtag 14. April 2016) zeigt Herbert Messinger, Direktor Kommerzkunden bei der Bawag, als neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Messinger selbst wollte zum Verkauf und dessen Verlauf keine Stellungnahme abgeben. Auszugehen ist davon, dass in den nächsten Wochen weitere Detailgespräche geführt werden – und Interessierte ein bindendes Angebot legen. 

pilot beobachtet 'intensiv'

Konkreter wurde die Zukunft der pilot@media.at, einer Tochter der media.at. Die österreichische Agentur betreibt diese mit der Hamburger pilot als Joint Venture, die Deutschen halten 49 Prozent. Welchen Einfluss der mögliche Verkauf der media.at spielt, sieht pilot-Hamburg-Mitbegründer Ulrich Kramer gelassen: „Die media.at ist unser Partner, daher beobachten wir die Entwicklung natürlich intensiv. Wir haben aber keine aktive Rolle, da unser Anteil nicht zum Verkauf steht.“ Zugleich betont er die Zufriedenheit über die Zusammenarbeit im gemeinsamen Unternehmen pilot@media.at. Im Falle eines Verkaufs der media.at, mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer der pilot@media.at, würde sich die deutsche pilot mit einer neuen Ausgangssituation konfrontiert sehen. Mit einem reinen Finanzinvestor sähe er „keine Konfliktsituation, hier können wir uns eine Zusammenarbeit sehr gut vorstellen“. Aber auch eine Kooperation mit ­einem globalen Network schließt Kramer nicht per se aus. „Wir lassen das auf uns zukommen“.

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