Media-Analyse laut GfK nicht von Problemen betroffen

Nach derzeitigem Stand keine Anhaltspunkte für Fehler in der Media-Analyse. Untersuchungen dauern aber noch an.

Nachdem am Dienstag bekannt geworden ist, dass es in den vergangenen Jahren zu Fehlern bei der Erhebung des Radiotests gekommen ist, machten  schnell Spekulationen die Runde, dass auch andere Erhebungen des Marktforschers GfK von den Fehlern betroffen sein könnten. Wie die GfK nun aber gegenüber der APA mitgeteilt hat, sind nach aktuellem Wissensstand keine weiteren Studien betroffen, auch nicht die für die Print-Branche so wichtige Media-Analyse, die die GfK gemeinsam mit Ifes durchführt. Die Untersuchungen seien allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Geschäftsführerin des Vereins ARGE Media-Analysen, Petra Roschitz, bestätigte am Mittwoch gegenüber der APA, dass man bei der GfK Unterlagen angefordert habe um zu überprüfen, ob die Media-Analyse tatsächlich nicht betroffen ist. 

Gegenüber HORIZONT sagte Kronehit-Geschäftsführer Ernst Swoboda am Mittwoch, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass die ganze Sache ein Radiothema bleibe. „Die GfK führt ja auch viele andere Erhebungen durch und es konnte bisher nicht ausgeschlossen werden, dass es dort ähnliche Vorgänge gab.“ Konkrete Hinweise gebe es bislang noch nicht. 

„Korruption ist auszuschließen“

Bei der GfK nimmt man die Sache rund um die falschen Radiotest-Daten ernst und hat dafür in Deutschland eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Bereits im Jänner wurde die Konzernzentrale in Nürnberg von einem Whistleblower über die Vorgänge in Österreich informiert. Auch die Pressearbeit läuft inzwischen von Deutschland aus. Von dort lässt Jan Saeger, Leiter der Konzernkommunikation, HORIZONT wissen: „Korruption ist auszuschließen. Es gibt auch keinerlei Hinweise, dass für Geld manipuliert wurde.“

Disziplinarische Konsequenzen erst nach der Aufarbeitung des Falls

Wie die APA berichtet, soll es disziplinarische Konsequenzen für die im Verdacht stehenden Mitarbeiter erst nach Abschluss aller Ermittlungen geben. Jetzt steht erst einmal die Aufarbeitung des Falls im Vordergrund. In den kommenden Wochen will die GfK den Auftraggebern des Radiotests die bereinigten Daten zusenden. Laut APA geht um den Zeitraum von 2011 bis 2015.

Stärkere Kontrollen gefordert

Christian Stögmüller, Chef von Life Radio Oberösterreich und Vorstand im Verband Österreichischer Privatsender (VÖP), fordert derweil eine Diskussion über stärkere Kontrollmaßnahmen, um das Vertrauen in die „Währung“ der Radiobranche wieder herzustellen. Gleichzeitig warnt Stögmüller vor Schnellschüssen.

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