Maximiere die Kontakte!

Rezepte und Einsichten zum „Personal Radio“ – Die Zukunft (des Radios) ist smart, erwarten Matt Deegan, Folder Media UK, Rüdiger Landgraf, KroneHit und Christian Stögmüller, Life Radio Oberösterreich

„Was will der Hörer? Das ist der Ausgangspunkt unserer Überlegungen, damit beginnen wir“, beschreibt Matt Deegan, Key-Note Referent beim ÖMT Panel „Personal Radio – Die Zukunft ist smart“ die Arbeitsweise seines 2007 gegründeten Unternehmens Folder Media. Folder Media ist eine „Radio Company – with a difference“, wie Deegan unterstreicht. Zwar berate und konsultiere Folder Media Radiosender bei Programmierung und Organisation und produziere für Dritte Inhalte, aber das eigentliche Portfolio sind einmal der Betrieb einer Range von Sendern für Kinder unter dem Dachlogo Fun Kids, der Betrieb von lokalen DAB Multiplexen (MuxCo Ltd.) in Großbritannien und Technologieentwicklung für Radiomacher – alles in der digitalen Welt, für Web und insbesondere App- und PodCast-Lösungen. On Air sichtbar ist Folder Media mit Fun Kids – allein in UK laufen 40 Varianten des Radios für Kinder auf DAB+.

Ernst Swoboda, KroneHit, im Auditorium sitzend, seufzt: Er hatte am Panel zuvor erst angemerkt, dass die Zurückhaltung bei der DAB+-Implementierung auch einer – derzeitigen  gesetzlichen Regelung geschuldet sei: ein Sender wie KroneHit, mit Eigentümern im Printbereich, darf derzeit nur eine Sendermarke auf UKW und allfällig DAB+ betreiben… .

„Was will der Hörer“, so das Credo des Beraters und Produzenten Deegan, das sei immer der Ausgangspunkt seiner Audio-Überlegungen. Das – inhaltliche - Ziel sei „TSL“, „Time-spent-Listening“, zu maximieren – und technisch gesehen: Wir besetzen alle Plattformen. Als ein Beispiel für die Maximierung der ausspielformen von Radioformaten – bis in die Bilderwelt von YouTube – nennt Deegan das US-Public (!) Radio npr … .

Das ist das Stichwort für Christian Stögmüller, Life Radio Oberösterreich: Vor zwei Jahren, im September 2015, präsentierte Stögmüller mit KroneHit-Chef Ernst Swoboda die App Radioplayer (eine Entwicklung der BBC) für die österreichischen Radioveranstalter (an der, wie Stögmüller bedauert, die ORF-Radios – noch (?) – nicht teilnehmen.“ Radiosender müssten, ist Stögmüller überzeugt, „alle Plattformen besetzen“ – und da die Finanzierung wie Refinanzierung von jedem österreichischen Privaten allein nur bedingt zu stemmen sei, ist Kooperation notwendig. Ob Radio oder Audioformate im Web oder über technische Aggregatoren wie beispielsweise Amazons Alexa ausgespielt werden – die Frage „Wie werden wir sichtbar, wie werden wir gefunden?“ sei im globalen Wettbewerb im Web nicht einzeln, sondern nur in Kooperation zu lösen (einen Gedanken, den Key-Note-Speakerin Anke Schäferkordt bei ihrer Eröffnungsrede zum Thema Mediatheken bereits vorgetragen hatte).

Zur DAB+ Diskussion meint Stögmüller folgerichtig: „DAB+ ist in Österreich ein Entwicklungsprojekt – unser Job als Private ist es nicht, einer Technik zum Durchbruch zu verhelfen“.

KroneHit-Programmdirekter Rüdiger Landgraf hat im Juli die brandneue „KroneHit-Smart“-App gelauncht: Damit sei es für den Nutzer möglich, das Programm von KroneHit nach seinen persönlichen Bedürfnissen und Interessen zu „skippen“ – sei es, Musikstücke zu überspringen oder andere auszuwählen, sei es Nachrichten oder Verkehrsmeldung „nachzuhören“ undsoweiter…

Deegans Folder Media hat eine ähnliche App für Fun Kids in UK im April dieses Jahres gelauncht; Landgraf sagt sehr bestimmt: „Wir reden nicht über Zukunft, wir machen sie!“

Fazit: Für die beiden österreichischen Radiomacher ist das Web – stationär und mobil – die Möglichkeit, neue Formate zu entwickeln und die Nutzer neu zu binden. DAB+ ist ein Infrastrukturprojekt – dessen Begleitung wohl auch, siehe Swoboda-anmerkung, legistische Renovierung braucht.

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