Kampf um die geblockte Onlinewerbewelt

Die Nutzung von Adblockern geht zurück, weil Verlage auf clevere Softwarelösungen setzen und ihr Angebot optimieren. Doch auf mobilen Geräten könnte sich dies bald ändern.

Adblocker verlieren an Fahrt: Laut einer Auswertung des Online-Vermarkterkreises (OVK) verringerte sich der Anteil der am Desktop-PC geblockten Onlinewerbung in Deutschland von 21,52 Prozent im vierten Quartal 2015 auf 17,04 Prozent im vierten Quartal 2016.

Auch in Österreich wird das Thema zwar immer wieder diskutiert, deren tatsächliche Verbreitung jedoch stark überschätzt, wie Alexis Johann, Geschäftsführer styria digital one, ausführt: „In einer breit angelegten Erhebung des IAB geht klar hervor, dass Werbung auf allen unseren Portalen weitgehend gesehen wird,“ sagt Johann: „Die Adblocker-Rate liegt nur im einstelligen Prozentbereich.“

Hinzu komme, dass Werbetreibende nur für tatsächlich ausgespielte Werbung zahlen – deren Kampagnenbudgets werden von Adblockern also nicht beeinflusst.Von der in Berlin ansässigen eyeo GmbH, die hinter Adblock Plus steht, heißt es, dass man schon länger eine Sättigung von Adblocking-Tools prognostiziert habe und daher von der aktuellen Entwicklung nicht überrascht sei.

Zugleich verweist man aber darauf, dass entsprechende Zahlen schwer ermittelbar und verifizierbar sind – und oft von Anbietern von Anti-Adblocking-Lösung ausgehen.

Wenn Adblocker geblockt werden

Diese Lösungen tragen Namen wie AdDefend, Sourcepoint und tisoomi – sie erkennen, wenn der Besucher der Website einen Adblocker verwendet und setzen eine entsprechende Maßnahme; so ist der Content teils nicht mehr verfügbar, oder es wird trotz Adblocker Onlinewerbung ausgespielt.

In Österreich verwendet zum Beispiel die Verlagsgruppe News die Lösung von AdDefend seit Ende 2016. Nutzt ein User hier einen Adblocker, so wird er zum Abschalten desselben aufgefordert und bekommt trotz Blocker Werbung ausgespielt.„Bei unseren Portalen geht die Nutzung von Adblockern zurück“, sagt Michael Drexler, Chief Sales Officer Digital bei der Verlagsgruppe News: „Auch, weil Werbung bei uns nicht so penetrant ist, dass sie den Konsum von Inhalten behindern würde.“

Denn immerhin sei es die Aussage vieler Adblocker-User, dass sie diese verwenden, weil die Onlinewerbung sie am Konsum der Inhalte behindere. Ähnlich sieht das Johann: „Es geht um Qualität in der Onlinewerbung.“ So zeige etwa die Quality Impact Studie 2015, dass Onlinewerbung in hochwertigen redaktionellen Umfeldern positiver beurteilt wird. Außerdem müsse Onlinewerbung so gestaltet und in die Website integriert werden, dass sie sich nahtlos in die User Experience einfügt.

„Native Advertising und Sponsored Content sind die idealen Möglichkeiten dazu und können durch eindeutige Kennzeichnung klar von journalistischem Content getrennt werden“, sagt Johann.Das nächste Schlachtfeld entsteht indes: Mobile. Hier gibt es zwar keine Adblocker-Plugins für Chrome und Safari, jedoch umgeht eyeo dies mit einem eigenen mobilen Browser, der Werbung blockt.

„In Asien blocken über 25 Prozent der User Werbung auf ihren Mobilgeräten“, heißt es dort: „In Europa liegt diese Quote derzeit noch deutlich niedriger, weshalb wir von einem starken Anstieg in den nächsten Monaten ausgehen.“

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