IP Österreich stellt Portfolio vor: Das zeigen RTL, Vox, Sky & Co.

Der TV-Vermarkter hat das Programm seiner Sender in Wien vorgestellt.

„Ich habe die Hoffnung, dass Medienpolitik in Österreich doch ernst genommen wird.“ Mit diesen Worten begrüßte IP Österreich-Chef Walter Zinggl am Donnerstag die geladenen Gäste im Metro Kino Wien, um ihnen das Programm der IP-Sender zu präsentieren. Zinggl spielt mit dem Satz auf Kanzler Christian Kern an, der zuletzt in einem Interview sagte, Apple zahle weniger Steuern als ein Würstelstand. Ob sich in der Medienpolitik aber tatsächlich etwas bewege, müsse man abwarten. Die vergangenen Jahre hätten nicht viel Hoffnung gemacht, so Zinggl.

Der Fernsehmarkt war jedenfalls auch 2016 sehr in Bewegung. Inhaltlich natürlich vor allem durch die beiden Großereignisse Fußball-EM und Olympia, aber auch politisch durch das angekündigte, und später wieder zurückgezogene, Aus von Servus TV. In diesen Tagen sorgt ATV-Eigentümer Herbert Kloiber für Schlagzeilen, der den Sender als seinen „größten Fehler“ bezeichnet und ihn nun loswerden will. Bei der IP laufe es jedenfalls gut, betont Zinggl. 

Zur Vorstellung des Programms gekommen waren sämtliche Senderchefs aus Deutschland. Hier nun ein kleiner Überblick über die anstehenden Formate der verschiedenen Sender in der kommenden TV-Saison. 

RTL
Im Programm des deutschen Marktführers bei den jungen Zuschauern finden sich wohl die meisten österreichischen Protagonisten. Niki Lauda, Verena Altenberger, Alex Kumptner, Victoria Swarovski und Daniel Köllerer sind die wohl bekanntesten Österreicher im Programm der Kölner. In diesen Zeiten sei es schwierig, neue Marken einzuführen, sagte Senderchef Frank Hoffmann bei der Präsentation in Wien. Deshalb lege man bei RTL besonders viel Wert darauf, bekannte Marken zu adaptieren. 

So wird es auch in der neuen TV-Saison ein Wiedersehen mit den bekannten RTL-Sendungen „Wer wird Millionär?“, „Deutschland sucht den Superstar“, „Das Supertalent“, „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ und „Let's Dance“ geben. Darüber hinaus plant RTL aber noch viele weitere, neue Shows. So singen in „It takes 2“ Promis vor Profi-Sängern und diese müssen dann, ohne die Promis zu sehen, ein Team zusammenstellen. Das Konzept klingt ein wenig nach „The Voice“. Der Überraschungs-Hit des Sommers, „Ninja Warrior Germany“ geht in eine neue Staffel. In „The Big Bounce“ überwinden Kandidaten einen Parcours mit der Hilfe von Trampolinen.

Im Bereich der Doku-Soaps testet RTL das neue Format „Raus aus der Armut“. Darin erhält eine Familie, die von Sozialhilfe lebt, einen Koffer mit Geld. So viel Geld, wie Normalos in einem Jahr verdienen. Dann wird geschaut, ob die Protagonisten dadurch nachhaltig der Armutsfalle entkommen können. In der Fiction hat RTL gerade sechs Drama-Serien in Auftrag gegeben, zunächst einmal bekommen die Zuschauer aber vier neue Sitcoms zu sehen. Um die Weihnachts-Zeit zeigt der Sender seinen seit einiger Zeit angekündigten Dreiteiler „Winnetou“.

Vox
Vox-Chef Bernd Reichart hat in Wien „Wohlfühlfernsehen voller Emotionen“ angekündigt. Man wolle dennoch unvorhersehbar sein. Funktionieren soll das allen voran mit Eigenproduktionen. Zum einen ist da natürlich „Club der roten Bänder“ zu nennen - die zweite Staffel der Serie geht noch heuer auf Sendung. Ein wichtiges Format ist für den Sender aber auch „6 Mütter“, bei dem Vox sechs Promi-Mütter begleitet und zeigt, wie sie ihre Kinder erziehen. „Ewige Helden“, in der vergangenen Saison noch kein echter Quoten-Hit, kehrt überarbeitet und optimiert zurück, verspricht Reichart. Die neue Staffel der „Höhle der Löwen“ ist bereits seit einigen Wochen zu sehen, „Sing meinen Song“ kehrt ebenfalls demnächst zurück - dann allerdings ohne Xavier Naidoo in der Jury. 

Für die Daytime kündigt Reichart eine „Gute Laune Offensive“ an - mit Tieren, Bau-Formaten und Shopping-Sendungen. Guido Maria Kretschmar bleibt natürlich ein wichtiges Gesicht für Vox, seine Primetime-Show „Geschickt eingefädelt“ kommt ebenfalls überarbeitet zurück auf die Schirme. Im Fiction-Bereich hat Vox unter anderem die hochgelobte Serie „Weinberg“ im Programm.

RTL Nitro
Oliver Schablitzki, Senderchef von RTL Nitro, sieht seinen Kanal als „Männervollversorger“. Das soll sich auch im Programm widerspiegeln. So zeigt der Sender unter anderem das britische Kultformat „Top Gear“ und die US-Serie „Mr. Robot“. Hinzu kommen eigenproduzierte Magazine und Shows wie „Formel Eins“, „Nitro Autoquartett“ und „Ronnys Pop Show“.

Im Sport-Bereich profitiert RTL Nitro natürlich von der Konzernmutter. Während RTL die Quali-Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zeigt, überträgt der kleine Bruder Partien ohne deutsche Beteiligung - und holt damit bereits jetzt regelmäßig gute Quoten. Bei den Sitcoms will der Sender nun ebenfalls zulegen und zeigt neben „Modern Family“ und „Brooklyn Nine-Nine“ auch „Dr. Ken“.

RTL II
RTL II begibt sich ab Oktober auf die Suche nach einem neuen Topmodel. Allerdings sucht der Sender keine klassischen Models. In „Curvy Supermodel“ geht es vor allem um etwas fülligere Frauen. Weiterhin im Programm hat der Sender die Doku-Soaps mit Daniela Katzenberger, den Geissens und den Reimanns. Die „Kochprofis“ helfen in der kommenden TV-Saison nicht nur in Not geratenen Restaurantbesitzern, sondern treten im „Kochprofis-Battle“ auch erstmals gegeneinander an. „RTL II ist kein Fernsehen von oben herab“, beschreibt Senderchef Andreas Bartl RTL II. 

In der Fiction hat sich RTL II die Rechte an „Fear the Walking Dead“ gesichert und zeigt die Serie ebenso wie das Original. Auch „Game of Thrones“ läuft weiterhin beim Sender. Event-Shows wie zuletzt das „Promi-Kegeln“ soll es auch weiterhin geben. Andreas Bartl versprach, man werde weiterhin skurrile Sportarten finden. 

Aus Österreich adaptiert hat der Sender „Wirt sucht Frau“ (HORIZONT berichtete). Moderiert wird das Format von Dschungelkönigin Brigitte Nielsen. Besonders bei ATV dürfte man genau hinschlagen, wie sich das deutsche Format schlägt. Eine fiktionale Eigenproduktion ist die Mini-Serie „Neandertaler“, die ebenfalls noch heuer gezeigt werden soll.

Super RTL 
Der Kindersender Super RTL setzt weiterhin auf seine zwei bekannten Zielgruppen: Kinder und Mütter. In der Daytime dominieren Trickfilme und Wissenssendungen für die Kleinen das Programm. Man setze vor allem auf die Bereiche Wissen, Zeitgeist und Nostalgie, ließ Senderchef Claude Schmit die Zuhörer in Wien wissen. Am Abend wird das Publikum naturgemäß älter, hier zeigt der Sender auch schon mal US-Serien wie „Dr. House“ oder Krimis. Am Wochenende steht zur Primetime Familieunterhaltung am Programm, allen voran mit Filmen wie „Cars“ oder „Ice Age“. 

Sky Sport Austria
Sport, Sport, Sport - damit lässt sich das Sky-Programm wohl am besten zusammenfassen. Neben der tipico Bundesliga und der Sky Go Erste Liga zeigt der Sender auch die Euro sowie die Champions League. Neu im Programm ist Eishockey-Liga, deren Rechte sich Sky jüngst sicherte. Hinzu kommen Basketball- und Golf-Übertragungen. Im Bereich Fiction hob Sky zuletzt immer die Eigenproduktionen („Diabolik“, „Babylon Berlin“) hervor.

Auf 368.000 Abonnenten bringt es der Sender mittlerweile in Österreich - und ist damit laut „Standard“-Ranking das viertgrößte Medienunternehmen des Landes - noch vor ProSiebenSat.1 PULS 4. Ab dem kommenden Jahr soll es für österreichische Unternehmen möglich sein, Sky Go zu buchen. 

R9 Österreich
Noch recht neu im Portfolio von IP Österreich ist der Satellitensender R9 - der Kanal der neun größten Regionalsender des Landes. Highlight des Angebots ist nach wie vor „Österreich Blick“ mit Alfons Haider, das auf allen einzelnen Sendern und auf dem Satellitenkanal zeitgleich zu sehen, und werblich entsprechend zu belegen, ist. „Der Vorteil für den Kunden: regionale Sender mit großer Sehernähe in jedem Bundesland auf Knopfdruck überregional erreichbar“, sagt Marcin Kotlowski, R9 Geschäftsführer. Man erreiche pro Monat 2,2 Millionen Menschen.

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