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Gläserner Messebucher: Wie die Reed Messe zum Thema Tracking steht

David Bohmann
Benedikt Binder-Krieglstein: "Von der Weitergabe von persönlichen Daten halte ich nichts und das werden wir auch nicht als Geschäftsmodell entwickeln." (c) David Bohmann

Benedikt Binder-Krieglstein, neuer Chef der Rees Messe, spricht über Targeting und Re-Targeting, sowie andere neue Technologien im Messe-Geschäft.

Dies ist ein Auszug aus dem Interview, das in voller Länge in der Print-Ausgabe des HORIZONT, Nr. 50, erschienen ist. Noch kein Abo? Hier klicken!

HORIZONT: Kommt eines Tages der gläserne Messebesucher?

Benedikt Binder-Krieglstein: Nein, im Gegenteil, wir gehen mit Daten unserer Kunden extrem sorgsam um. Dazu greift noch die neue Datenschutzgrundverordnung, die dem Umgang mit sensiblen Daten ganz klare und wichtige Regeln vorgibt. Reed erwirtschaftet global 72 Prozent des gesamten Umsatzes von zehn Milliarden Dollar über Informationsdienstleistungen; von daher sind wir international bestens aufgestellt, was Datensicherheit anbelangt. Datensicherheit ist die Währung des Vertrauens.

Ist es ein potenzielles Geschäftsfeld, diese Daten gegen Einwilligung auch Dritten zur Verfügung zu stellen?

Von der Weitergabe von persönlichen Daten halte ich nichts und das werden wir auch nicht als Geschäftsmodell entwickeln. Vielmehr verfolgen wir als Anbieter von Messen aber das Ziel, Daten aus der Masse an Besuchern zu generieren die wir dann unseren Kunden anbieten können, somit nicht auf den einzelnen Besucher umzumünzen sind. Man kann schon heute bei einer Messe über Tracking und iBeacons erfassen, wie lange ein beispielsweise 18-Jähriger vor dem Schaukasten Y des Kunden X verweilt.

Das heißt, anonymisiertes Wissen vermarkten und zu Geld machen.

Ja, natürlich. Wir haben als kostenloses Service beispielsweise ein Match-Making-Tool, ähnlich dem Recommendation-Tool von Amazon, entwickelt. Dabei schlagen wir dem Besucher basierend auf seinen Interessen, die er uns im Rahmen der Registrierung bekannt gibt, vor, welche Messestände ihn interessieren könnten. Darüber hinaus bieten wir ein zahlungspflichtiges Zusatzprodukt namens Reed-to-lead an, bei dem generierte Daten etwa in CRMSysteme des Kunden oder Ausstellers übertragen werden können.

Wie viele Investments fließen denn 2018 in die Entwicklung neuer Technologien?

Global sind es 25 Millionen Euro, die Reed weltweit heuer investiert hat – vieles passiert hier international getrieben, von dem auch wir in Österreich stark profitieren. In Österreich haben wir eine sechsstellige Summe in die Entwicklung von neuen Tools investiert. Wir sind hier Innovationstreiber, auch weil wir bei unserer Größe sehr viel ausprobieren können – mit ersten Erfolgen wie das Scanning-System Reedto- Lead, das auch global ausgerollt wurde.

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