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Geoblocking-Aus: So reagiert die Wirtschaftskammer

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Laut EU-Parlament soll das Geoblocking im Onlinehandel mit Jahresende Geschichte sein. In der Branchenvertretung der Wirtschaftskammer ist man darüber alles andere als begeistert.

Zugunsten der Konsumenten soll das grenzüberschreitende Online-Shopping in der EU erleichtert werden, indem das sogenannte Geoblocking weitgehend aus dem Internethandel verbannt wird - eine entsprechende Verordnung wurde am Dienstag vom Europäischen Parlament verabschiedet und soll noch vor Jahresende in Kraft treten. Demnach sollen dann für Kunden im Ausland die gleichen AGB gelten wie für inländische Kunden; das gilt für den Kauf physischer Waren und für Dienstleistungen wie das Mieten einer Ferienwohnung oder eines Autos am Urlaubsort, nicht aber für urheberrechtlich geschützte Güter wie Filme, Musik, oder Bücher. Diese Ausnahme soll die Kommission aber nach zwei Jahren überprüfen.

Einer Untersuchung der EU-Kommission zufolge verwenden fast zwei Drittel aller Websites Geoblocking; Konsumenten werden dabei zum Beispiel auf Seiten in ihrem Land umgeleitet, wo andere AGB und Preise gelten. 

Verärgerung in der Wirtschaft

Alles andere als begeistert von dieser Änderung sind die Vertreter der heimischen Wirtschaft. Martin Sonntag, WKÖ-Obmann für den Versand-, Internet- und allgemeinen Handel, hält die Verordnung für "KMU-feindlich und kontraproduktiv"; Handelsobmann Peter Buchmüller findet, dass es jedem Händler überlassen werden muss zu entscheiden, wem er Waren verkauft und wem nicht. Die Branchenvertreter kritisierten am Mittwoch in einer Aussendung "das Anwachsen von Bürokratie und überbordenden Verbraucherschutzbestimmungen".

„Wer wirklich glaubt, mit dieser Verordnung den grenzüberschreitenden Online-Handel zu fördern, ist auf dem Holzweg“, ärgern sich Buchmüller und Sonntag über das Anwachsen von Bürokratie und überbordenden Verbraucherschutzbestimmungen: Die Folge werde vielmehr sein, dass sich viele Händler einen Verkauf im Netz zweimal überlegen. "Das ist doppelt kontraproduktiv – nicht nur für die österreichische Wirtschaft, sondern auch für die Konsumentinnen und Konsumenten," heißt es aus der Wirtschaftskammer. 

Ein Trost bleibt den Händlern: Denn zwar müssen sie die gleichen Regeln für alle Kunden in der EU bieten - sie können aber nicht gezwungen werden, die Waren auch in das jeweilige Land zu liefern. 

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