Gelebte Fehlerkultur beim CCA

Kommentar von Gerlinde Giesinger

Der Vorwurf, dass die Kreativschmiede Demner, Merlicek & Bergmann für die CCA-Awards im Jahr 2015 einen Doppelgänger eingereicht habe und alles was danach kam – der Rückzug aller Arbeiten der Agentur aus dem Bewerb, eine Misstrauenserklärung und eine inhaltlich fragwürdige Pressekonferenz des damaligen CCA-Vorstands etwa – sorgten für viel Wirbel in der Branche und zogen bis heuer einen langen Rattenschwanz mit sich. Ein Schiedsgericht entschied schlussendlich, dass die Doppelgängervorwürfe haltlos seien, woraufhin der damalige Clubvorstand nicht zur Wiederwahl antrat. Heute steht an der Spitze des CCA eine komplett andere Riege an Kreativen, die auf einen Präsidenten verzichtet und der größten inhabergeführten Werbeagentur des Landes die Hand reicht, sein Bedauern äußert und Konsequenzen aus den Vorkommnissen ziehen will. Eine, wie auch Mariusz Jan Demner findet, durchaus respektable Geste. Immer wieder wird, nicht nur in der Kommunikationsbranche, von der berühmten Fehlerkultur gesprochen. Dass der Creativ Club Austria diese auch lebt und aktiv Verbesserungen am Regelwerk vornimmt, ist ein Happy End, das einige so vielleicht gar nicht mehr erwartet hätten.

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