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Facebook will mehr Werbeumsätze lokal versteuern

APA / AFP
© JUSTIN TALLIS

Der Online-Konzern verspricht, Werbeeinnahmen in den Ländern zu verbuchen, in denen sie erwirtschaftet wurden - allerdings nur in Ländern, in denen Facebook eigene Büros betreibt.

In der Diskussion um die Steuerleistung von Internetkonzernen, die hierzulande etwa in Zusammenhang mit digitalen Betriebsstätten und Werbeabgabe diskutiert wird, startet Facebook nun die Flucht nach vorne. Via Facebook-Blog gab der Konzern bekannt, in Ländern, in denen Facebook eigene Büros betreibt, zu einer lokalen Vertriebsstruktur zu wechseln. „Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass Werbeeinnahmen, zu denen unsere lokalen Teams beigetragen haben, nicht mehr von unserem internationalen Hauptsitz in Dublin erfasst werden, sondern von unserem lokalen Unternehmen in diesem Land“, schrieb Facebook-CFO Dave Wehner. Von dem Wechsel verspreche man sich, den Forderungen von Regierungen und politischen Entscheidungsträgern nach mehr Transparenz nachzukommen. Die Änderung soll 2018 umgesetzt werden und bis zum ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein.

Einige Einschränkungen
Eigene Büros unterhält Facebook derzeit in mehr als zwei Dutzend Ländern, führt die APA an - in Europa betrifft das zum Beispiel Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien. Höhere Steuereinnahmen sind in diesen Ländern damit aber noch nicht garantiert, da die Einnahmen auch mit Ausgaben wie etwa Investitionen oder Betriebskosten gegengerechnet werden. Zudem geht es nur um das Geschäft, das von lokalen Verkaufsteams betreut wird - das seien meist Deals mit großen Kunden. Erlöse aus den bei kleinen und mittleren Unternehmen beliebten Facebook-Ads laufen weiterhin über Dublin.

[Red.]

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