Experten gegen „Gießkannenprinzip“ bei Presseförderung

Die Medienexperten Matthias Karmasin und Fritz Hausjell haben sich am Montag bei der Enquete zur Reform der Presseförderung gegen ein Gießkannenprinzip ausgesprochen.

„Gießkannenförderung wird nicht besser, wenn ich die Löcher der Gießkanne vergrößere“, sagte Karmasin. Hausjell merkte an, dass derzeit förderungswürdige Medien wie etwa das transkulturelle Magazin „biber“ keine Förderung erhalten. Auch die „profil“-Medienjournalistin Ingrid Brodnig plädierte für genauere Förderkriterien. Die öffentliche Hand könnte auch den Mediawatchblog „Kobuk“ oder die Plattform „mimikama“, die Fakeberichte auf Facebook aufdeckt, fördern. Die investigative Rechercheplattform „Dossier“ hält sie ebenfalls für förderungswürdig.

Karmasin forderte, die von Medienminister Thomas Drozda geplante Reform größer zu denken. Man müsse auch über eine Haushaltsabgabe und die Förderung der Medienkompetenz reden und nichtkommerzielle Medien einbeziehen. Brodnig sprach sich für eine Qualitäts- und Innovationsförderung aus. Diese sei auch als eine Überbrückungshilfe hin zu einer anderen Medienlandschaft zu betrachten.

Hausjell regte an, neben dem Presserat auch den PR-Ethikrat mit Fördermittel auszustatten. Karmasin hält jedenfalls eine Änderung der derzeitigen Presseförderung für unbedingt notwendig, auch wenn diese Geld und Mühe kosten werde. „Aber es lohnt sich“, so der Wissenschafter. „Denn es geht um die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.“ Die Förderung von Medien sei eine „Investition in die Infrastruktur der Demokratie“.

[]

Kommentare

0 Postings

Keine Kommentare gefunden!

Diskutieren Sie mit

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online