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Elizabeth T. Spira erhält Lessingpreis für Kritik 2018

Ihre Reportagen sind brisant und beschönigen nichts. © APA (Archiv/ORF)

Die österreichische Dokumentarfilmerin und Publizisten Elizabeth T. Spira, die am 24. Dezember ihren 75. Geburtstag feiert, wird 2018 mit dem Lessingpreis für Kritik ausgezeichnet.

In ihren Gesprächen zeige die Fernsehjournalistin ein einzigartiges und unerreichtes Talent, Menschen zum Sprechen zu veranlassen und Gegenstände beredt zu machen, erklärte die Jury am Freitag in Wolfenbüttel.

Die 1942 in Glasgow als Kind jüdischer Emigranten geborene Spira soll die Auszeichnung am 13. Mai in der Augusteerhalle der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel erhalten. Traditionell darf der Preisträger selbst einen Förderpreis verleihen, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Dafür hat Spira die „Falter“-Journalistin Stefanie Panzenböck nominiert.

Vor allem die für den Sender ORF produzierten Reportagenreihen „Alltagsgeschichte“ (1985-2006) sowie „Liebesg'schichten und Heiratssachen“ (seit 1997) hätten Spiras Ruf als „Jahrhundertfigur fürs Fernsehen“ auch außerhalb Österreichs begründet, hieß es von der Jury am Freitag. Spira zeige Personen aus dem ganzen Spektrum der österreichischen Gesellschaft, häufig Außenseiterexistenzen. Die Resultate seien oft brisant und ihr Blick beschönige nichts.

Alle zwei Jahre vergeben die Lessing-Akademie Wolfenbüttel und die Braunschweigische Stiftung die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für bedeutende geistige Leistungen nach dem Vorbild des Schriftstellers. Zu den früheren Trägern des seit 2000 vergebenen Preises gehören die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und der Philosoph Peter Sloterdijk.

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