Eindrücke & Takeaways der AllFacebook Marketing Conference 2012

Florian Figl von ambuzzador berichtet.

Am Montag fand in München die Allfacebook Marketing Conference statt. Als erste Konferenz im deutschsprachigen Raum ging das Format mit dem Anspruch an den Start, nicht nur Social Media als solches zu beleuchten, sondern vielmehr sich speziell auf das Marketing auf Facebook zu konzentrieren.

Florian Figl von ambuzzador war live vor Ort. Ich habe ihn nach seinen Eindrücken und Takeaways gefragt:

Florian, was sind für dich die Key-Takeaways der AllFacebook Marketing Conference 2012?

Content bleibt King! Dies war der meistzitierte Sager der eintägigen Konferenz und fand sich in fast jeder Präsentation des bunt gemischten Programms, welches das mittlerweile sehr weite Feld des Facebook Marketings auch gut abdeckte. Obwohl es sich um eine (inoffizielle) Facebook Veranstaltung handelte, wurde vornehmlich darüber getwittert.

Content ist und bleibt King! Oder wie Christian Buggisch vom B2B-Dienstleister DATEV zusammenfasste: Ohne guten, relevanten, spannenden und aktuellen Content geht nichts! Gerade für B2B-Unternehmen sei es auf Facebook wichtig, Geschichten zu erzielen, die ihre Marke erlebbar machen und die Menschen hinter dem Unternehmen zeigen.

Christian Clawien von Burger King's Agentur Interone sprach in diesem Zusammenhang von der Notwendigkeit, „Engaging Content“ zu produzieren, ohne dabei auf klassische Produktkommunikation verzichten zu müssen: Postings zu Burgern und Promotion-Aktionen erhalten aus seiner Erfahrung heraus die meisten Interaktionen, die digitale Währung im Facebook Marketing - Likes, Kommentare & Shares! Dabei braucht es auf Facebook jedoch kein „high-glossy Bildmaterial“. Wichtig sei, schnell zu sein und auf aktuelle Anlässe einzugehen, zum Beispiel mit einfachen Illustrationen. Burger King's visuelles Statement zum Triumph in einem Geschmackstest kurz nach dessen Veröffentlichung schaffte es dadurch sogar in Online-Medien und Blogs.

Für Entwickler von Crossmedia-Formaten ist es extrem wichtig, Facebook als Bestandteil der Geschichte von Anfang an mitzudenken: So wird beispielsweise das vor allem in der jungen Zielgruppe unter 19 Jahren beliebte Reality-Format „Berlin - Tag & Nacht“ mit eigens produziertem Content in Facebook verlängert und erreicht dort mittlerweile mit über 1,6 Millionen Fans doppelt so viele Menschen, als im Schnitt pro Folge im TV zusehen. Auch hier zählen der Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen und authentische Inhalte zu den Erfolgsfaktoren: Da wird auch schon mal die verwackelte Smartphone-Videoaufnahme eines Darstellers während des eigentlichen Drehs einer Szene als Bonus-Feature exklusiv auf Facebook gestellt.

Die Konferenz war ein Klassentreffen der Facebook Experten im DACH-Raum - welche Trends wurden diskutiert? Was dürfen wir heuer noch von und mit Facebook erwarten?

Auch das Facebook Sales Team selbst sieht einen Wandel von klassischen Werbeanzeigen hin zu für den Nutzer relevanten Stories. Diese sogenannten „Gesponserten Meldungen“ spielen nun auch im Premium-Angebot für Werbetreibende eine immer größere Rolle, da sie nachweislich bessere Klick-Raten erzielen als normale Werbeanzeigen. Weiterhin gestellt werden wird auch die Frage nach dem ROI und wie sich auch tatsächliche Umsatzzuwächse durch Facebook-Aktivitäten nachweisen lassen.

Marco Rinne, Social Media Manager von Microsoft Deutschland, präsentierte gleich mehrere, großteils selbst entwickelte Modelle zur ROI-Berechnung seiner Facebook-Maßnahmen und stellte diese zur Diskussion. Diese basieren auf den drei Säulen des Online-Marketing: Paid, Owned und Earned Media und machen die einzelnen Kennzahlen interdisziplinär vergleichbar, sei es im Social Media Marketing oder in der Display-Werbung. Eine Maßnahme, mit der Microsoft bereits jetzt via Facebook direkt nachweisbare Umsätze generiert, ist der Einsatz von Affiliate-Links in Facebook Postings.

Eine weitere Methode stellte Daniel Panto, Digital Manager von Endemol Deutschland vor: Beim TV-Format „Big Brother“ können die Zuseher der aktuellen Staffel zusätzlich zur klassischen Telefon- und SMS-Abstimmung via kostenpflichtigem Facebook-Voting darüber bestimmen, welcher Kandidat in der nächsten Woche das Big Brother Haus verlassen muss. Und das tun sie auch: 11 Prozent der Voting-Umsätze werden mittlerweile durch die sogenannten Facebook Credits generiert, der zumeist aus Social Games wie Farmville bekannten offiziellen Währung bei Facebook.

Dass auf Facebook integrierte Online-Shops für den Durchbruch im Social Commerce sorgen, glaubt hingegen keiner mehr so recht. Stattdessen sollen Couponing-Aktionen Umsätze bringen. Facebook startet dazu nun auch in der DACH-Region gerade mit „Facebook Offers“ ein Nachfolgeangebot für Werbetreibende zu den nur mäßig erfolgreichen und in Österreich offiziell nie verfügbaren Check-In Deals. Facebook hat erkannt, dass Check-Ins nicht von der Masse genutzt werden und macht es sowohl Seitenbetreibern als auch Fans nun wesentlich leichter, Couponing-Angebote via Offer-Postings auf der Timeline, im Newsstream und promotet im Anzeigenbereich in Anspruch zu nehmen.

Summa summarum nach einem interessanten Tag, was war für dich der spannendste Vortrag?

Die Konferenz war voll mit spannenden Vorträgen! Insofern fällt es schwer, einen einzigen herauszupicken. Optisch gut gefallen haben mir die Vortragsfolien von Daniel Panto von Endemol Deutschland, da sich diese zu 100 Prozent am Design der neuen Facebook Timeline orientierten und somit klar von den anderen abhoben. Inhaltlich zu den spannendsten Vorträgen zählte für mich jener von Markus Piesch von RTL2. Anhand „Berlin - Tag & Nacht“ hat er sehr gut aufgezeigt, wie eine erfolgreiche Crossmedia-Strategie funktioniert und TV und Facebook voneinander profitieren können.

[Michael Weberberger]

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