Digitalisierung im Innovationsprozess: Experten geben Antworten

Am Donnerstagabend diskutierten Experten verschiedener Branchen am DBT-Event von APA und styria digital one über Innovationsprozesse in Unternehmen.

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf Innovationsprozesse im Unternehmen? Dieser Frage gingen am Donnerstagabend Experten beim von der APA und der styria digital one organisierten DBT-Event im Haus der Musik nach. Die Keynote hielt Petra Hauser (Exponential Business Hub). Mit ihr diskutieren im Anschluss Marlene Auer (Horizont), Andreas Dangl (Fabasoft), Christian Huemer (TU Wien), Markus Schreiber (A1 Telekom Austria), Michael Strebl (Wien Energie) und Milica Sundic (Deloitte Österreich).

„Jedes Produkt, jeder Service und jedes Geschäftsmodell kann disrupted werden“, warnte Hauser in ihrer Keynote – und nannte als Beispiel die Videotheken-Kette Blockbuster, die von der Online-Videoplattform Netflix überholt wurde. Sie zitierte Studien, laut denen im Jahr 2020 70 Prozent der Weltbevölkerung im Besitz eines Smartphones sein werden und 26 Milliarden Endgeräte mit dem Internet verbunden sein werden. Im Jahr 2025 soll eine DNA-Sequenzierung nur noch fünf Cent kosten, 80 Prozent aller Operationen werden 2025 von Robotern durchgeführt.

In dieser Zeit des Umbruchs hinkt Europa laut Hauser im globalen Vergleich jedoch hinterher. Und nun befinden wir uns in einer schwierigen Übergangsphase, in der selbst der beste Berater seinen Kunden nicht sagen kann, was sie genau tun sollen. Vielmehr müssen die Unternehmen herausfinden, wie sie Innovation in ihrem Unternehmen verankern. Hauser: „Es geht um das Enabling von Selbstorganisation.“

Spagat zwischen Innovation und Alltag

Doch wie bringen Unternehmen innovatives Denken in ihre Strukturen? „Es ist eine Herausforderung für die Unternehmen, dass sie Innovation entstehen lassen und gleichzeitig das Kerngeschäft weiter betreiben müssen“, sagte Auer: Hier seien gute Führungskräfte gefragt. Ähnlich sieht dies Strebl – immerhin durchläuft die Energiebranche bereits seit Jahren tiefgreifende Veränderungen: Erneuerbare Energien müssen ausgebaut werden, gleichzeitig darf die Grundversorgung nicht gefährdet werden.

Schreiber nannte als ein Beispiel für mutige Innovation den Nudelhersteller Barilla. Auf dieses Traditionsunternehmen war ein niederländischer Experte für 3D-Druck zugegangen, nun stellen die beiden ungleichen Partner gemeinsam Nudeln aus dem Drucker her. Schreiber strapazierte bei dieser Gelegenheit den Ausdruck „Nudeldrucker“ – und erntete dafür Gelächter vom Publikum im prall gefüllten Saal.

In der anschließenden Fragerunde erkundigte sich Alexis Johann, Geschäftsführer der styria digital one, wie vor allem die Medienbranche innovativer werden kann. Hauser verwies daraufhin darauf, dass Medienhäuser auch in anderen Branchen tätig sein können – immerhin würde dies in die andere Richtung auch praktiziert, indem Marken qualitativ hochwertige Medien produzieren. Auer wiederum verwies darauf, dass Medien wieder Zulauf erhalten, weil die Menschen in Zeiten der Unsicherheit nach gesicherten Informationen aus verlässlicher Quelle suchen. Innovationen sind aber freilich auch im Medienbereich möglich: Etwa mit speziellen Algorithmen, um die Leser noch besser zu erreichen, sowie mit Tools, die Redakteuren monotone Tätigkeiten abnehmen – Stichwort: Roboterjournalismus -, so dass sich diese auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

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