Digital Marketing Trends 2013

Das erwartet uns im neuen Jahr

Content Marketing war der große Trend 2012. Angeheizt durch den massiven Anstieg der mobilen Webnutzung wurde das Verbreiten von Markenbotschaften, verpackt in unterhaltsame und sinnvolle Inhalte, zur ernstgenommenen Disziplin. Und die Social Networks wurden erwachsen. Nicht nur, was das Alter ihrer Nutzer betrifft. Sondern auch in Bezug auf die Möglichkeiten für Marketer, die zwischenzeitlich greifbar definiert und durchgängig im Einsatz sind. Mit diesen Entwicklungen aus dem vergangenen Jahr ist die Saat gesät, für ein richtig spannendes 2013.

Wo werden uns diese Trends hinführen? Was kommt als Nächstes im Digitalen Marketing? Diesen Fragen bin ich nachgegangen und habe mit Johannes Skrivanek, Paul Lanzerstorfer, Harald Winkelhofer, Sabine Hoffmann, Andreas Ostheimer und Susanne Liechtenecker Profis der Österreichischen Webszene für euch gefragt - lest rein und kommentiert gerne fleißig, ob ihr zustimmt, oder ganz andere Dinge am Horizont seht!

Johannes Skrivanek und Paul Lanzerstorfer sind Geschäftsführende Gesellschafter von Pulpmedia.

Welche Trend-Themen seht ihr 2013 im Digitalen Marketing?

Skrivanek: Mobile wird Thema Nummer eins werden – egal, ob Apps, Advertising oder responsive Websites. Ein Teil der Etats wird sich hier auf Kampagnen legen, die den Ursprung und die Idee in der mobilen Anwendung haben. 

Lanzerstorfer: Sehe ich genau so. Das mobile Web wird nicht mehr nur als „Web light“ gesehen und „Mobile First“-Strategien werden sich in Design und Umsetzung etablieren.

Skrivanek: Außerdem wird Qualität wichtiger als Reichweite. Zielgruppen werden intensiver bedient, die klassischen „Bauernfänger“-Gewinnspiele haben ausgedient. Kreative Online Kampagne werden sich durchsetzen. 

Lanzerstorfer: Facebook Ads haben sicher noch ein starkes Jahr vor sich. Facebook wird sich noch mehr Werbemöglichkeiten einfallen lassen, was ich aber nicht unbedingt als Nachteil sehe. Der „Noise“ auf Facebook wird jedoch weiter zunehmen. 

Skrivanek: Generell werden sich aber die Ad Spendings von Unternehmen weiterhin mehr und mehr auf online verlagern, und hier im kommenden Jahr einen gleichwertigen Werbekanal schaffen. 

Lanzerstorfer: Google+ wird ständig mit neuen Features locken und versuchen, Facebooker zu überzeugen. Hangouts und die SERP-Extensions sind schon mal super Features, man darf gespannt sein, was da noch kommt.

Skrivanek: Und Twitter wird endlich salonfähig in der Masse, vor allem parallel zu TV und Live Events. 

Lanzerstorfer: Hoffentlich.

Andreas Ostheimer ist Inhaber von Osterheimer Webdesign und Suchmaschinenoptimierung.

Andreas, was erwartest du von 2013? Was geht in die richtige Richtung, beziehungsweise was wird Neues kommen?

2013 erwarte ich, dass große Trends schlagend werden: Social und Mobile heben ab, Print stirbt weiter ab. Die meisten unserer Kunden haben Social Media Auftritte und erkennen den Nutzen, da Facebook, dank günstiger tragbarer Geräte, immer mehr zum normalen Alltag dazugehört. Es werden neben Adwords Kampagnen immer selbstverständlicher auch Facebook-Kampagnen geschaltet. Viele unserer Kunden aus dem KMU-Umfeld erhalten jetzt bereits Webseiten mit responsive Design für die reibungslose Darstellung auf mobilen Endgeräten. Es wird immer selbstverständlicher, dass Webseiten auch mobil benützbar bleiben.

Wenn klassische Print-Angebote wie der Tchibo Katalog wegfallen, bedeutet das, dass Budgets für Online Marketing entstehen. Ich erwarte eine weitere Beschleunigung dieses Trends und stark wachsende Budgets für Online Kampagnen.

Neu ist die Allgegenwärtigkeit von Smartphones, die durch Weihnachten noch weiter verstärkt wird. 

Wo entwickelt sich der Markt hin? 

Der Online Werbemarkt wird immer stärker wachsen, Facebook wird sich ein Stück des Adwords Werbekuchens schnappen, und Werbung auf dem Smartphone wird immer mehr werden.

Und wovon würdest du 2013 gern mehr sehen?

Mehr responsive Webdesign, weniger Apps die das Smartphone zukleistern, weniger Werbung in meiner Facebook-Timeline.

Harald Winkelhofer ist Inhaber von IQ mobile.

Harald, du bist als Präsident der MMA (Mobile Marketing Organisation) klarer Weise ein Vorreiter in Sachen Mobile. Welche Trends siehst du für 2013?

Gehen wir mal von 2012 aus: Etwa  9 Mio. Euro von gesamt ca. 3,8 Mrd. Euro Werbespendings gehen 2012 in Mobile. Weniger als 10% der Unternehmen, die in Österreich lokal vertreten sind, haben eine mobil optimierte Seite. Gibt man allgemeine Suchbegriffe diverser Branchen in Google Mobil ein, erscheint nichteinmal eine Anzeige eines in dem Bereich tätigen Unternehmens. Verfolgt man klassische Werbung fallen einem immer mehr QR-Codes auf. Allerdings verbirgt sich dahinter meist Enttäuschung. Nämlich keine mobil optimerte Seite, geschweige denn Inhalte mit Mehrwert. 

Verfolgt man die intensiven Social Media Aktivitäten mancher Unternehmen, sieht man täglich Posts mit Links oder „Facebook Apps“ die alle nicht auf mobilen Devices funktionieren. Und das obwohl über 50% der User Social Media über Mobile Devices konsumieren.

Für 2013 ist die gute Nachricht für Werber allerdings: Die Endkonsumenten in Österreich sind top ausgestattet mit Smartphones. Sie nutzen das mobile Web und diverse andere Services, wie der aktuelle MMA-Communications Report belegt. Es gibt daher bestimmt Potential für 2013 diverse Mobile Marketing Maßnahmen langfristig zu planen, gezielt und richtig anzuwenden, sowie einen strategischen Einsatz für diesen persönlichsten aller Werbekanäle zu finden. 

Daher mein Statement derzeit: In Österreich steht einer der innovatisten Märkte im Mobilfunktbereich einem der konservativsten Märkte in Sachen Werbung gegenüber. 2013 bietet die Chance auch die Werbung innovativer zu Gestalten. Denn Die User sind es schon.

Sabine Hoffmann ist Gründerin und Geschäftsführerin von ambuzzador Marketing. 

Sabine, was erwartest du von 2013?
Ich freue mich auf 2013, weil  es einen Riesenschub Richtung Social Business bringen wird: Unternehmen werden zurecht den Anspruch stellen, dass Social Media auch in ihr „echtes“ Business einzahlen müssen, messbar und ganzheitlich betrachtet. Dafür werden Organisationen sich den neuen demokratischen Kommunikationsformen anpassen und neu aufstellen. Ich kann es kaum erwarten, die Transformationsprozesse in Organisationen zu begleiten um neue kommunikative, aber auch Marktchancen für Marken zu erschließen! 

Was geht in die richtige Richtung?
Die ganzheitliche Betrachtung von Kommunikation, Vermarktung (Sales) und Service: im Rahmen einer Social Fitness Studie konnten wir den Trend zur ganzheitlichen Betrachtung der kundennahen Touchpoints und Prozesse identifizieren und das ist die richtige Richtung! 

Was wird Neues kommen?
Ich gehe davon aus, dass die Bedeutung von mobilen Medien weiter zunimmt: unter anderem rechne ich mit ersten spannenden Einsatzmöglichkeiten für NFC. 

Wo entwickelt sich der Markt hin? Und wovon würdest du gern mehr sehen?
Der Kommunikationsmarkt entwickelt sich mehr an die Basis und wird nur mehr dort seine Berechtigung finden, wo es um Authentizität und Relevanz geht. Das Zeitalter des Scheinens und Blendens ist vorbei. 

Persönlich würde ich gerne mehr Verschmelzung in der Kommunikation sehen: Mail, Social Communities, SMS – es ist höchste Zeit für eine Kommunikationszentrale. Von den Organisationen österreichischen Unternehmen würde ich gern mehr Grundverständnis für die Tiefe der neuen, partizipativen Kommunikationsgesetze sehen – in Form von pionierhaften Erfolgsprojekten im Bereich Social Customer Service, Crowd Sourcing und Social Sales.

Susanne Liechtenecker zeichnet in der Agentur Liechtenecker für Kundenbetreuung, Social Media und Online PR verantwortlich.

Susanne, du beschäftigst dich auch in deinem Blog jedes Jahr mit Digitalen Trends. Welche siehst du 2013 auf uns zukommen?


Fokus auf Strategie
Die Kunden werden digital versierter. Die Zeiten, in denen die Briefings lauteten “Wir wollen auf Facebook sein” oder “Wir brauchen mehr Fans” sind vorbei. Im nächsten Jahr heißt es “Wir möchten unsere Kontaktpunkte mit bestehenden und neuen Zielgruppen strategisch bestmöglich erweitern. Wie können wir das angehen?”.

Content Marketing wird erwachsen
Ich habe an dieser Stelle schon im Vorjahr Content Marketing als großen Trend-Schwerpunkt gesehen. Ein Jahr später ist der Markt wesentlich gereift. Inhalte müssen überall funktionieren. Coca Cola hat in seinen Mission Statement Videos gezeigt, wie das geht - sie nennen es “fluid”. Der Content muss zum User, und zum Kontext in dem dieser sich befindet, passen.

Digitale Offline Welt
Das digitale Leben ist immer mit uns unterwegs und in unserer Hosentasche. Damit lassen sich neue Interaktionspunkte schaffen, die zuvor nur eindimensional waren. Digital findet nicht länger nur vor dem PC oder Laptop statt. Es ist mit NFC im Laden und auf Plakaten, beim Verkäufer im Geschäft am Tablet, führt uns mit virtuellen Wegweisern im Baumarkt zu den richtigen Regalen und macht unsere Kundenkarten wieder spannend. Was 2012 mit QR Codes begann, wird 2013 verbessert weiter gehen.

Nun seid, wie jedes Jahr, ihr gefragt. Welche Digitalen Marketing Trends seht ihr für 2013? Was würdet ihr euch in der digitalen Kommunikation wünschen?

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