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Digital: Die Highlights 2017

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Bei den Google-Suchanfragen hatte die "Nationalratswahl" die Nase vorn. (c) Ivan Kruk/stock.adobe.com

Von ÖWA über iab Austria bis zu shöpping und Google: Was sich in der Digitalbranche bewegt hat. Eine Auswahl.

Dieser Artikel ist zuerst im HORIZONT Nr. 50 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

 

ÖWA: Viel Aufregung und ein überraschender Abgang

Für die Österreichische Webanalyse geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende:  Im Frühling gab es etwa jede Menge Aufregung um die Flohmarkt-App Shpock, die als Neueinsteiger Platz eins übernahm, dann aber wieder aus der Wertung herausgenommen wurde, weil die Zugriffe aus Österreich nicht eindeutig zu zählen waren.Noch gravierender waren die Ereignisse Ende September, als vier der fünf in der ÖWA ausgewiesenen Vermarktungsgemeinschaften ihre Kündigung einreichten. „Kein erfreulicher Tag für die ÖWA“, meinte ÖWA-Präsidentin Gerlinde ­Hinterleitner damals. Mittlerweile wurden diese von einigen Vermarktern teils rückgängig gemacht (siehe Bericht auf Seite 6).

Anfang November teilte die ÖWA dann mit, dass Geschäftsführer ­Hannes Dünser den Verein verlassen werde, um sich „neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen.“ In den zwölf Jahren seiner Geschäftsführertätigkeit habe er den Leistungsumfang der Österreichischen Webanalyse laufend ausgebaut, hieß es lobend zum Abschied. 2017 hatte Dünser noch das ÖWA-Großprojekt Daily Digital Data geleitet. Wer Dünser als Geschäftsführer der ÖWA nachfolgt, ist weiter unklar.

 

Neues Gewand: Neu designte Webseiten und ein App-Hoppala

Einige große Nachrichtenportale nützten das Jahr 2017, um ihre Webseiten einem Relaunch zu unterziehen. Den Beginn machte Anfang des Jahres Die Presse, die ihrem Portal ein frisches responsives Layout verpasste. Im September zeigten die Vorarlberger Nachrichten das Ergebnis ihrer Redesign-Investition im sechsstelligen Bereich: Einer der Schwerpunkt war die Optimierung der Seite, die 2009 ihr letztes Redesign erfahren hatte, für mobile Geräte. Anfang Oktober wurde auch bei den Salzburger Nachrichten digital alles neu. Im Zuge des „größten Onlinerelaunchs in der Geschichte der Zeitung“, wie Geschäftsführer ­Maximilian Dasch meinte, wurden die gesamte Informationsarchitektur und das Design überarbeitet und die URL verändert: Von salzburg.com zogen die Salzburger Nachrichten auf die Adresse sn.at um.  

Ein Hoppala passierte Heute beim Launch seiner neuen Tamedia-App. Technische Schwierigkeiten sorgten für einen Abfall bei den Nutzungszahlen in der ÖWA Plus. Mittlerweile ist der Fehler aber korrigiert. „Manchmal muss man eben einen Schritt zurück machen, um zwei nach vorne zu kommen“, hieß es bei Heute.

 

Google: Die Suchbegriffe des Jahres

Zehn Tage vor Weihnachten präsentierte Google Austria Österreichs Suchbegriffe des Jahres: Die Nationalratswahl hat demnach die heimischen Nutzer am meisten interessiert. Dahinter folgten das iPhone 8 und das Donauinselfest. Für den Jahresrückblick wurden die am stärksten steigenden Anfragen in mehreren Kategorien ausgewertet. Auch bei den Schlagzeilen landete die Wahl ganz oben, gefolgt vom wieder in der Versenkung verschwundenen Spielzeug Fidget Spinner und Hurrikan Irma. Danach folgt schon die Anfrage zum Bitcoin-Kurs.

 

Snapchat: Harte Landung nach Börsegang

Viel Hype war rund um den Börsegang des Instant-Messenger-Dienstes Snapchat Anfang des Jahres auszumachen. Bald nach dem Börsegang folgte aber die Ernüchterung. Die Aktie stürzte trotz Umsatzsteigerung und Nutzerwachstum ab und fiel nach einem Ausgabepreis von 17 Dollar auf unter zwölf Dollar. Mittlerweile hat sich der Hype gelegt und die Aktie stabilisiert.

 

shöpping: Start auf Raten beim Online-Marktplatz

Im April 2017 wurde shöpping.at, der Onlinemarktplatz der Österreichischen Post, aus der Taufe gehoben. Groß war das mediale Echo und groß waren auch die Erwartungen. Seither ist es um shöpping.at aber deutlich ruhiger geworden. Man habe sich jetzt eine sehr ruhige Phase verordnet, in der man vorrangig neue Händler gewinnen wolle, meinte Post-Chef Georg Pölzl – 2.000 österreichische Händler sollen im Frühling 2018 auf der Plattform Waren anbieten.

 

Festplatten-Abgabe: Amazon verliert vor OGH

Der jahrelange Rechtsstreit zwischen den hiesigen Verwertungsgesellschaften und dem US-Konzern Amazon ging im März zu Ende: Der Oberste Gerichtshof gab der austro mechana Recht und verpflichtete somit Amazon zur Rechnungslegung und Zahlung der Speichermedienvergütung – umgangssprachlich bekannt als „Festplattenabgabe“.

 

iab austria: Ein ‚Krieger‘ wird neuer Präsident

Kurz nach der Nationalratswahl wurde auch beim Internet Advertising Bureau gewählt. Nach fünf erfolgreichen Jahren trat Präsidentin Martina Zadina nicht mehr für das Amt an. Als Nachfolger ging André Eckert aus der Wahl hervor. Der Co-Geschäftsführer der Russmedia Digital, Manager des Vermarktungsportals austria.com/plus und Herausgeber von vienna.at übernahm die Präsidentschaft der wichtigsten Vertretung der Digitalwirtschaft. Seine Pläne: „Das iab soll sich als Schnittstelle zum Erfahrungsaustausch positionieren. Das wird nur gemeinsam gehen, in Kooperation mit anderen Verbänden und Plattformen.“ Nachsatz: „Ich bin stolz auf die Expertise im neuen dreizehnköpfigen Vorstand – so betrachtet sehe ich mich als dreizehnter Krieger.“ Denn es gelte, um den Digitalstandort Österreich zu kämpfen.

 

Dark & dirty: Facebook und die Wahlen

Bei den hierzulande größten Wahlen war zuletzt auch immer Facebook im Fokus. Bei der US-Präsidentenwahl 2016 gab es mit russischen Geldern finanzierte Beeinflussungsversuche, die Facebook zu einem Datenstriptease vor dem US-Kongress zwangen. Im Rahmen der deutschen Bundestagswahl musste Facebook gegen Hasspostings eingreifen und in Österreich kam ein Großteil der Bevölkerung erstmals mit Dark Ads in Berührung. Neos und FPÖ gaben bekannt, diese Werbeform, die auf Facebook nur von der definierten Zielgruppe gesehen werden kann, einzusetzen. Kurz darauf brach die Diskussion über Dirty Campagning los, als SPÖ-Berater Tal ­Silberstein eine Kampagne mit anonymen Facebook-Seiten nachgewiesen wurde.

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