Die Werbekonjunktur-Ampel steht auf Hellgrün

Jänner-Werte jetzt veröffentlicht: Werbeklimaindex von Fachverband Werbung und WIFO - Kommunikatoren erwarten Aufhellung der Geschäftslage – dezidiertes Nein zur Onlinewerbesteuer.

Dieser Artikel erschien auch in der HORIZONT-Printausgabe 09/2017. Hier geht's zum Abo.

Es ist ein typischer Jänner-Wert im quartalsweise vom Wirtschaftsforschungsinstitut erstellten Werbeklimaindex: Der Saldo von positiv und negativ gestimmten Fachverband-Werbung-Mitgliedsunternehmen ist seit Jahren in der Jänner-Befragung der Höchstwert des jeweiligen Jahres (siehe grüne Kurve in der Grafik). Aber: Mit plus 21 Punkten ragt der aktuelle Indexwert im Zeitverlauf heraus – zuletzt war das in dieser Größenordnung im Jänner 2013 der Fall. „Die Konjunkturampeln stehen anhaltend auf Grün“, sagt FV-Obfrau Angelika Sery-Froschauer. Im Auftrag des FV Werbung & Marktkommunikation befragt das WIFO quartalsweise repräsentativ ausgewählte Mitgliedsunternehmen des FV nach Geschäftsentwicklung im letzten Quartal, der aktuellen Einschätzung und der Erwartung zum Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten. Die Indexwerte sind der Saldo (Differenz) von positiven und negativen Antworten und der Werbeklimaindex der Gesamtscore. Dabei wurden in der aktuellen Befragungsrunde im Jänner 2017 114 FV-Mitgliedsunternehmen, die 3.368 Menschen beschäftigen, befragt. Der FV Werbung hat in neun Fachgruppen rund 25.000 Mitgliedsunternehmen in 14 Berufszweigen, die knapp 30.000 Menschen beschäftigen; dabei sind rund zwei Drittel der FV-Mitgliedsunternehmen EPU, Ein-Personen-Unternehmen.

Drei Viertel der FV-Mitgliedsunternehmen melden „ausreichende“ oder sogar „mehr als ausreichende“ Auftragsbestände. Die Erwartung der Nachfrage nach Leistungen der Kommunikatoren steigt von plus acht Punkten in der Oktober-Welle auf nun plus 19 Indexpunkte. Ebenso gestiegen ist die Erwartung in die Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten – von zuletzt plus acht auf nun plus zehn Punkte (siehe blaue Kurve in der Grafik). Allerdings ist da eine Einschränkung zu machen: Der Durchschnitt dieses Index lag in den letzten fünf Jahren bei plus 13 Punkten - „Grün“ ist also eher „Hellgrün“. „Der Konjunkturausblick in der österreichischen Kommunikationsbranche bleibt positiv, die österreichischen Werbeunternehmen blicken mit rationalem Optimismus auf 2017“, fasst Sery-Froschauer zusammen. WIFO-Analyst Werner Hölzl ergänzt: „Auch wir sehen punktuell positive Anzeichen, die für zunehmenden Elan in der Werbekonjunktur sprechen, möchten allerdings noch abwarten, ob sich diese in den nächsten Erhebungen bestätigen.“

Nein zur Onlinewerbeabgabe

Ein zum wiederholten Male dezidiertes Nein sagt Sery-Froschauer zur im aktuellen Arbeitspapier der Koalitionsregierung überlegten Ausweitung der Werbeabgabe auf Onlinewerbung: „Die geplante Ausdehnung der Werbeabgabe ist aus werbestandortpolitischen Gründen ein ungeeignetes Mittel, die im Arbeitsprogramm festgehaltenen Ziele – Wachstum und Beschäftigung zu stärken – zu bewirken. Wir appellieren daher an die Politik, von der Werbeabgabe auf den Onlinebereich abzusehen. Vielmehr sollte überlegt werden, die Bagatellsteuer Werbeabgabe gänzlich zu streichen. Wir sind überzeugt, dass damit die Wirtschaftskraft der in Österreich tätigen Werbeunternehmen gestärkt wird“, appelliert Sery-Froschauer.

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