Die vielen Facetten des Mobile Commerce

Wearables, NFC, Beacons: Neue Technologien sind auf dem Vormarsch. Wie sich diese aber in der Praxis einsetzen lassen, darüber sprachen Experten auf den Österreichischen Medientagen

Welch komplexes Geschäftsfeld hinter dem kleinen Begriff „mCommerce“ steckt, zeigte das Panel „Alles wird mobil“ auf den Österreichischen Medientagen. Moderator Andreas Martin von pilot@media.at sowie Vorstand der Mobile Marketing Association Austria führte in das weite Themenfeld ein und gab einen Überblick über den Status Quo in Österreich. „Die Penetration von NFC bei mobilen Endgeräten liegt in Österreich bei 31 Prozent“, so Martin; damit sei die Grundlage für größeren Rollout von Mobile-Payment-Diensten gelegt. Zudem: 24 Prozent der Bankomat-Terminals in Österreich verfügten über NFC-Funktion, Ende 2015 sollen außerdem alle Bankomatkarten NFC-fähig sein.

Weiters sei Österreich beim Thema Wearables noch nicht sehr weit. Nur zwei Prozent haben eine Smartwatch, nur fünf Prozent haben Fitness-Tracker und Co. Damit waren die Rahmenbedingungen für die weiteren Sprecher gelegt.

Beacons in Österreich auf dem Vormarsch

Eva Mader von der Mobile-Marketing-Agentur IQ Mobile gab Einblicke in ein Beacons-Projekt, das für Ikea umgesetzt wurde. In einem Testlauf in der Grazer Filiale wurden 28 Stück der kleinen Funksender (Restaurant, Eingang, Kasse, etc.) platziert. Kunden, die die Ikea-Family-App installiert und Blutooth aufgedreht haben, können dann, wenn sie sich einem Beacon annähern mit Push-Benachrichtigungen am Smartphone versorgt werden, Internationale Erfahrungswerte, so Mader, würden zeigen, dass 20 bis 25 Prozent dieser Konsumenten die Botschaften am Display auch öffnen.

„Das Projekt-Setup bedeutet sehr viel Handarbeit, die Botschaften müssen sehr klar zum Dialog-Marketing-Stratgie passen, und die Datensicherheit muss sehr ernst genommen werden„, so Mader. Möglich sei auch so genanntes Cross-Retargeting: Kunden werden in der Offline-Welt (also im Verkaufslokal) getaggt, ihnen kann man Tage später einen Coupon aufs Smartphone schicken. Mittels stummen Beacons sei es dann auch möglich, Kundenstromanalysen im Geschäftslokal zu machen.

Coupons am Smartphone

Michael Berger, Head of Marketplaces bei der Styria, gab Einblicke in die Prospekt-Plattform wogibtswas.at (1,8 Mio. Visits/Monat): Die App wird im Schnitt acht Mal pro Monat genutzt. Besonders gut würden personalisierte Push-Nachrichten funktionieren, mit denen der User etwa auf Aktionen des Lieblingsprodukts aufmerksam gemacht werden können. „Bedarfsweckung wird bei uns ganz groß geschrieben“, so Berger. Der User könne Produktgruppe, Marke oder aussuchen, dann wird an neue Aktionen erinnert. Weiters sei Kundenloyalität sehr wichtig, die man über Treueprogramme und exklusive Coupons in der App fördere.

Neue Technologien wie Beacons oder NFC-Payment, die in die wogibtswas.at-App integriert werden, würde man ausprobieren, so Berger. Bedarf für Sonderangebote gäbe es immer: „Die Menschen werden weiter faul bleiben, und die Zeit wird weiter knapp bleiben.“

Zweifel an Wearables

Tanja Diezmann vom Design-Studio pReview digital brachte schließlich Zweifel in die Diskussion rund um Mobile Commerce ein. Wearables, das würden Umfragen zeigen, würden von einem Drittel der Nutzer nach sechs Monaten nicht mehr verwendet werden. „Keiner weiß so recht, was er mit der Apple Watch machen soll„, so Diezmann. Auch die Arbeit mit Studenten würde das zeigen. Bei einem Projekt mit der Deutschen Telekom hätte sich kein Student gefunden, der sich für das Thema Mobile Payment interessiert. Diezmann: „Die fanden es noch nicht relevant, sich damit zu beschäftigen.“

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