Die Liebe ist ein seltsames Spiel

Zwei Gründer aus Niederösterreich setzen auf Beziehungen als Geschäftsmodell und verbuchen nach nur einem Jahr 280.000 User in ihrer App ‚Candidate‘.

Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum andern“ – was Connie Francis schon in den 1960ern trällerte, das ist in Zeiten kurzlebiger Tinder-Dates wohl wahrer denn je.

Für einsame Herzen, die im Vorfeld des Valentinstags auf der Suche nach Romanzen mit Tiefgang sind, gibt es jedoch eine Alternative aus Niederösterreich: Die App „Candidate“, die mit einer verspielten Herangehensweise bei der Suche nach dem Partner hilft.Denn im Gegensatz zu anderen Plattformen sieht der Suchende anfangs nicht die Profilbilder der anderen Nutzer, sondern beginnt die Kontaktaufnahme, indem er selbst Fragen formuliert und Fragen anderer User beantwortet.

Ist der Fragende mit den Antworten eines Kandidaten zufrieden, so beginnt ein Chat.Begonnen hat das Team rund um die Gründer Anna Hochhauser und Markus Mellmann zu acht, mittlerweile besteht das Team aus zwölf Personen; die App, die im Oktober 2015 gestartet wurde, kommt nun nach gut einem Jahr auf knapp 280.000 User. Das sind freilich weniger als jene 100 Millionen Nutzer, die Tinder Mitte vergangenen Jahres hatte – aber mehr als so manche andere Austro-App.

„Im ersten Jahr wollten wir erst sehen, wie die App angenommen wird“, sagt Mellmann. Im nächsten Schritt wird die Community aufgebaut, das Wachstum nach oben skaliert und das Produkt im Lauf des Jahres monetarisiert: Die Grundfunktion soll gratis bleiben, aber für Zusatzfunktionen wie mehr Bilder oder eine bessere Reihung in den Ergebnissen soll man künftig zahlen können. Werbung in der App oder der Verkauf von Userdaten sind für Mellmann hingegen No-Gos. 

Von Dänemark bis Indien

Die Candidate-User kommen zu rund zwei Drittel aus Deutschland, der zweitgrößte Markt ist Österreich; hinzu kommen erste Nutzer aus Dänemark, den USA und sogar Indien. Dort rührt der Erfolg laut Mellmann  vor allem daher, dass die Keywords in den App Stores gut besetzt wurden – ein nicht zu unterschätzender Faktor in der App-Vermarktung.Im Lauf des ersten Jahres haben sich über die App bereits 3.000 Menschen kennengelernt. „Wir verändern also Leben“, sagt Mellmann: „Und das ist ein wirklich schönes Gefühl.“ 

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