Deutsche Regierung fordert konsularischen Zugang zu Yücel

Die deutsche Bundesregierung beharrt auf konsularischem Zugang zu dem in der Türkei inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, erinnert am Montag daran, dass der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim Bundeskanzlerin Angela Merkel dies längst zugesagt hatte. „Wir haben einige Mühe, diese Zusage in die Wirklichkeit umgesetzt zu bekommen“, kritisiert Schäfer. Die Bundesregierung werde jedoch in ihrem Bemühen um konsularischen Zugang zu Yücel nicht nachlassen.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Wochenende erklärt, er sehe keinen Spielraum für eine wirtschaftliche Unterstützung der Türkei, solange Yücel in dem Land in Haft ist. „Unter diesen Umständen ist es natürlich außergewöhnlich schwierig, daran weiterzuarbeiten“, sagte Schäuble am Sonntag dem ZDF mit Blick auf Bitten der Türkei um engere Wirtschaftskontakte. Dies habe er auch seinem türkischen Kollegen direkt nach der Verhaftung mitgeteilt.

Deutschland wolle nicht in Justizverfahren in der Türkei eingreifen. „Aber es ist völlig klar: In der jetzigen Situation zerstören die Türkei und die Verantwortlichen in der Türkei die Grundlagen für weitere Fortschritte in der Zusammenarbeit.“ Yücel wird in der Türkei Terrorpropaganda und Spionagetätigkeit vorgeworfen, was in Deutschland auf Unverständnis stößt.

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