Summit: Der Supercomputer als Marketing-Kollege

Künstliche Intelligenzen sind zentrales Thema beim werbeplanung.at-Summit; sie können Krebs heilen oder Kundengruppen segmentieren. Experten warnen aber auch vor Gefahren.

Watson ist ein Wunderwuzzi. Das kognitive System aus dem Hause IBM hilft Restaurantketten bei der Suche nach dem optimalen Standort ebenso wie bei der Behandlung schwerer Krankheiten. Und auch für die Kommunikationsbranche kann die Künstliche Intelligenz echten Nutzen stiften: „Kognitive Systeme, wie IBM Watson, machen Trends schneller aus und ermöglichen die wirklich persönliche Ansprache des Einzelnen,“ sagt Peter Beuke, Verantwortlicher für Marketing, Communications und Corporate Citizenship für die IBM in Deutschland.

Insgesamt wird Watson in über 45 Ländern und 20 verschiedenen Branchen genutzt; laut Schätzung von IBM werden bis Ende des Jahres schon über eine Milliarde Menschen Kontakt mit Watson haben. Diverse Marktforscher rechnen vor, dass der Markt für Künstliche Intelligenzen rasant wächst – das ist auch Thema des werbeplanung.at-Summit am 4. und 5. Juli (siehe summit.werbeplanung.at).

Laut Forrester Research zum Beispiel hat sich das Wagniskapital für Start-ups, die an KI-Lösungen arbeiten, von 2010 bis 2014 von zehn Millionen Dollar auf 300 Millionen Dollar verdreißigfacht – in weniger als zwei Jahren sollen mehr als 50 Prozent aller neuen Apps mit kognitiven Fähigkeiten ausgestattet sein. IDC wiederum prognostiziert, dass in zwei Jahren die Hälfte aller Verbraucher regelmäßig mit KI interagieren wird.

Keine Lügen mehr

Das Potenzial hat auch Daniel Mattes erkannt, der vor zwei Jahren mit 42.cx ein Kompetenzzentrum für KI gegründet hat; auch Petra Hauser, Gründerin und Geschäftsführerin des Exponential Business Hub, sieht in KI viel Potenzial – eben auch für Marketing und Werbung. Zum Beispiel können KIs von Kunden generierte Daten auswerten, um eine viel feinere Segmentierung der Zielgruppen vorzunehmen.

„So kann herausgefunden werden, was die Leute wirklich denken und wollen“, sagt Mattes: In Social Media geben die Menschen sorglos ihre Gefühle preis, während bei klassischer Marktforschung die Antworten verzerrt würden. Erste Anwendungen dieser Art waren bereits bei diversen Wahlkämpfen und dem Brexit-Votum zu beobachten; sukzessive wird sich die Technologie verbessern, unter anderem über die noch breitere Verfügbarkeit von Daten, wie Hauser betont: „Künftig wird es noch viel mehr Datensätze geben als bloß das Facebook-Verhalten der User.“

Treiber ist auch das Internet der Dinge, welches das Offlineverhalten über diverse Sensoren misst. Potenzial sieht Hauser aber nicht nur in der Promotion, sondern auch in den drei anderen Ps des Marketing-Mix: Eine KI könnte den optimalen Preis errechnen, bei Kundenservice und Vertrieb helfen oder gar bei der Erstellung der eigentlichen Produkte unterstützen. Mattes wiederum verweist auch darauf, dass Unternehmen mit den neuen Chancen auch eine ethische Verpflichtung eingehen – die Gefahr der psychologischen Manipulation war noch nie so groß wie jetzt.

Erfahren Sie alles zum Summit unter diesem Link.

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