„Der Standard“: Betriebsrat beschloss Resolution nach Föderl-Schmids Abschied

Vorgangsweise wurde von der Belegschaft als „zu wenig wertschätzend und als verstörend empfunden“. Alleinvorstand Mitteräcker sieht „sehr konstruktive“ Gespräche mit der Belegschaft.

Einen Tag nach Bekanntwerden des Abgangs von Chefredakteurin und Co-Herausgeberin Alexandra Föderl-Schmid (HORIZONT berichtete) wurde vom Betriebsrat eine Resolution beschlossen und an Alleinvorstand Alexander Mitteräcker übergeben. Auf HORIZONT-Nachfrage wurde dies nun von Seiten des Betriebsrat und der Geschäftsführung bestätigt.

Der Grund für diese Resolution war, „dass alle im Haus ziemlich vor den Kopf gestoßen wurden, weil ihr (Föderl-Schmids, Anm.) Vertrag mit 30. Juni auslaufen würde, sie ihn zwar um zwei Monate, aber nicht um die erwarteten fünf Jahre verlängert hat“, heißt es von Seiten des Betriebsrats. Eine Woche vor Bekanntwerden des Abgangs habe die Geschäftsführung dem Betriebsrat zudem noch signalisiert, dass der ablaufende Vertrag ohnehin verlängert werde, so der Betriebsrat.

Inhalte der Resolution

Inhalt der Resolution war „im Wesentlichen der Wunsch nach mehr Information und Beratung zu der Nachfolgefrage in der Chefredaktion und der Strategie des Unternehmens“, informiert Alexander Mitteräcker auf HORIZONT-Nachfrage. Wörtlich soll laut Betriebsrat in dieser Resolution etwa stehen, dass die Vorgangsweise, sechs Wochen vor Auslaufen des Vertrages bekannt zu geben, dass der Vertrag nicht verlängert werde, „von der Belegschaft als zu wenig wertschätzend und als verstörend empfunden“ wird. „Wie auch den hunderten Postings auf derstandard.at zu entnehmen ist, geben Vorgangsweise und Zeitpunkt des Abgangs der Chefredakteurin eineinhalb Monate vor einer Nationalratswahl viel Stoff für Spekulationen unter Leserinnen und Lesern, Userinnen und User sowie mehr oder weniger wohlmeinenden Kolleginnen und Kollegen, die bei anderen Medien tätig sind. Hier ist zu befürchten, dass die Marke 'Der Standard' durch solche Spekulationen einen Imageschaden erleidet“, heißt es laut Betriebsrat in der Resolution weiter.

Einladung zur Redakteursversammlung

Im Rahmen dieser Resolution wurde Mitteräcker auch zu einer Redakteursversammlung eingeladen. „Um möglichst viele Personen einzubeziehen und dabei einen guten Austausch zu ermöglichen, habe ich dann gemeinsame Frühstückstermine mit den Mitarbeitern der Redaktion abgehalten“, so der Alleinvorstand. Insgesamt seien das drei Termine mit jeweils circa 30 Personen gewesen, die „aus meiner Sicht sehr konstruktiv und interessant verlaufen sind“. Ein offizieller Termin für eine Redakteursversammlung steht noch aus.

Nachfolge noch ungeklärt

Die Nachfolge von Föderl-Schmid, die nach 27 Jahren beim „Standard“ das Medienhaus in Richtung „Süddeutsche Zeitung“ verlässt (HORIZONT berichtete), ist noch unklar. In der Branche kursieren seit dem kommunizierten Abgang einige Namen. Details dazu gab Mitteräcker vorerst noch nicht bekannt.

[]

Kommentare

0 Postings

Keine Kommentare gefunden!

Diskutieren Sie mit

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online